Weißt du, es ist diese unfassbare, fast schon greifbare Stille im Haus, wenn ein Haustier plötzlich nicht mehr da ist.
Speaker BDiese unglaubliche Leere.
Speaker AJa, genau.
Speaker AUnd es ist ja oft gar nicht dieser eine furchtbare Moment beim Tierarzt, der am allerlängsten nachhallt, sondern dieses danach, wenn
Speaker Bman wieder nach Hause kommt.
Speaker AJa, und man sieht diesen leeren Platz auf dem Teppich, den Platz, wo genau um diese Uhrzeit immer die Sonne hinscheint und wo der Hund einfach immer lag
Speaker Boder dieses eine Beet draußen im Garten.
Speaker AJa, durch dass die Katze jeden Abend gestreift ist.
Speaker AMan schaut dorthin, sieht vielleicht noch das leicht plattgedrückte Gras, wo das Kaninchen stundenlang saß und für den Bruchteil einer Sekunde erwartet man einfach, dass sie da sind.
Speaker BMan vergisst es für einen Moment, man
Speaker Afreut sich fast schon und dann trifft einen die Realität wirklich wie ein Schlag.
Speaker BDiese leeren Räume, die sie hinterlassen, die sind so unglaublich präsent.
Speaker BEs ist eine extrem physische Abwesenheit.
Speaker BMan spürt regelrecht, dass etwas im Raum fehlt.
Speaker BEin Geräusch, das Trappeln auf dem Boden.
Speaker AEin Atemzug.
Speaker BJa, genau, ein Atemzug.
Speaker AUnd aus dieser physischen Abwesenheit heraus, aus diesem Schmerz, entsteht bei ganz vielen Menschen dieser tiefe, instinktive Wunsch, Der Wunsch zu Ich möchte, dass du hier bleibst.
Speaker AIch möchte einen Ort haben, an den ich gehen kann, der nah ist.
Speaker AEin kleines Grab drüben im eigenen Garten fühlt sich in so nem Moment oft an wie ein letztes, unausgesprochenes Versprechen an das Tier.
Speaker BEin wunderschöner Gedanke.
Speaker AEin Versprechen, das eigentlich Du bleibst hier in meiner Nähe.
Speaker ADu gehörst zu uns auch jetzt noch.
Speaker BDas ist wirklich ein sehr, sehr tröstlicher Gedanke.
Speaker BUnd doch, und das ist der Grund für unsere Gedanken heute, trifft genau dieser tiefe Herzenswunsch hier in Deutschland auf sehr klare, extrem nüchterne Regeln.
Speaker AZiemlich nüchterne Regeln.
Speaker BJa, absolut.
Speaker BUnd wenn du, der uns jetzt gerade zuhört, vielleicht genau in dieser schweren Situation bist oder oder dich einfach darauf vorbereiten möchtest, weil dein Tier alt wird, dann soll unser Gespräch heute absolut kein Regelwerk sein, das dir irgendwie Angst macht.
Speaker ANein, überhaupt nicht.
Speaker BEs geht uns nicht darum, den Abschied noch schwerer oder bürokratischer zu machen.
Speaker BDiese Gesetze existieren aus bestimmten Gründen.
Speaker BDa geht es um Umweltschutz, um Hygiene.
Speaker BUnser Ziel ist eigentlich, dich ganz behutsam durch diese rechtlichen Vorgaben zu begleiten, um
Speaker Aein bisschen Sicherheit zu geben, oder?
Speaker BRichtig.
Speaker BDenn in einem Moment, in dem man ohnehin schon trauert und völlig verletzlich ist, kann ein bisschen Klarheit tatsächlich einen Raum für innere Sicherheit schaffen.
Speaker BMan möchte seinem Tier ja einen würdigen Abschied geben und dabei einfach nichts falsch machen.
Speaker ADann lass uns doch vielleicht direkt bei diesem extremen Kontrast ansetzen zwischen dem, was wir in uns fühlen, dieser tiefen Trauer, und dem, wie der Gesetzgeber ganz nüchtern darauf blickt.
Speaker ADas ist ein harter Bruch, Ein unfassbar harter Bruch.
Speaker AAls ich mir die offiziellen Texte dazu angesehen habe für unser Gespräch, bin ich fast ein bisschen zusammengezuckt.
Speaker BJa, die deutsche Rechtssprache ist da nicht sehr einfühlsam.
Speaker ASie ist unfassbar kalt.
Speaker AVerstorbene Haustiere gelten dort rechtlich tatsächlich als, und jetzt halte dich fest, tierische Nebenprodukte.
Speaker AJa.
Speaker BUnd diese sollen im Regelfall einer Tierkörperbeseitigungsanstalt zugeführt werden, um sie dort ordnungsgemäß zu entsorgen.
Speaker AEs ist grausam, das so zu hören.
Speaker BDieses Wort entsorgen, das tut fast körperlich weh, wenn man an den besten Freund denkt, der einen 15 Jahre lang jeden Tag begleitet hat.
Speaker AEs ist ein schrecklich hartes Wort für ein Familienmitglied.
Speaker ADas lässt einen wirklich frieren.
Speaker BAber, und das ist jetzt das Wichtige, genau unter dieser sehr kalten, bürokratischen Oberfläche liegt eine Ausnahme versteckt in diesem Gesetz oder genau im sogenannten Tiernebg.
Speaker BDas steht für tierische Nebenproduktebeseitigungsgesetz.
Speaker BEin typisch deutsches Wortungetüm.
Speaker AWahnsinn.
Speaker BAber dieses Gesetz sagt eben unter bestimmten Voraussetzungen ist die Gartenbestattung ausdrücklich erlaubt.
Speaker BDu bist also nicht zwingend an diese Beseitigungsanstalten gebunden.
Speaker ADas ist schon mal eine riesige Erleichterung.
Speaker AAber was heißt das jetzt konkret?
Speaker ABestimmte Voraussetzungen?
Speaker AWann greicht diese Ausnahme für mich im Garten?
Speaker BDie wichtigste Grundvoraussetzung, die eigentlich über allem steht, ist, es muss sich um ein gesundes Einzeltier handeln.
Speaker AGesund, aber es ist doch gestorben.
Speaker BJa, natürlich.
Speaker BGesund im rechtlichen Sinne bedeutet, es darf nicht an einer sogenannten meldepflichtigen oder anzeigepflichtigen Krankheit gestorben sein.
Speaker AAh, OK, lass mich da kurz einhaken, denn das klingt jetzt wieder sehr nach Amtssprache.
Speaker AWas heißt das konkret für mich zu Hause?
Speaker AWoran erkenne ich das?
Speaker BEin sehr Guter Punkt.
Speaker BWir reden hier nicht von Dingen wie Alter oder Nierenversagen.
Speaker BGenau, Nierenversagen, ein Tumor, ein Herzfehler.
Speaker BDas sind ganz normale gesundheitliche Probleme, an denen unsere Tiere leider sterben.
Speaker BDas ist alles kein Problem für die Bestattung.
Speaker BWir reden hier von echten Tierseuchen, also Krankheiten, die ansteckend sind, hochgradig ansteckend, Tollwut zum Beispiel.
Speaker BKrankheiten, die sich rasend schnell auf andere Tiere in der Umgebung oder sogar auf Menschen übertragen könnten.
Speaker AVerstehe.
Speaker BSobald es da auch nur den allergeringsten Verdacht auf so eine Seuche gibt, greift der Seuchenschutz absolut rigoros.
Speaker BDann ist eine Bestattung im eigenen Garten komplett ausgeschlossen, einfach um die Ausbreitung zu verhindern.
Speaker AOkay, das leuchtet völlig ein.
Speaker ADer Gesetzgeber muss natürlich verhindern, dass gefährliche Erreger irgendwie ins Grundwasser geraten oder die Nachbarshunde anstecken.
Speaker BRichtig.
Speaker AWenn ich also weiß, mein Tier war einfach alt oder hatte eine Krankheit, die in diesem Sinne nicht ansteckend ist, dann darf ich im Garten beerdigen.
Speaker AAber ich nehme an, ich kann jetzt nicht einfach irgendwo auf dem Rasen anfangen zu graben, oder?
Speaker BNein, leider nicht ganz so einfach.
Speaker BEs gibt da vier wesentliche Grundregeln, die man wirklich beachten muss.
Speaker BDie erste betrifft den Ort selbst, also das Grundstück.
Speaker AOK.
Speaker BDie Bestattung ist in der Regel nur auf dem eigenen Grund und Boden zulässig.
Speaker ADas ist für Hausbesitzer mit eigenem Grundstück ja recht eindeutig.
Speaker AWenn mir das Haus und der Garten gehören, ist das mein Grund.
Speaker BGenau.
Speaker AAber warte mal, was ist denn, wenn ich zur Miete wohne?
Speaker ASagen wir, ich habe eine tolle Erdgeschosswohnung, kümmere mich seit 10 Jahren liebevoll um diesen kleinen Garten, habe da meine Rosen gepflanzt, den Rasen gesät, aber rein rechtlich gehört mir das Grundstück nicht.
Speaker ADarf ich mein Tier dann dort nicht begraben?
Speaker BDoch, darfst du.
Speaker BAber du brauchst zwingend die schriftliche Zustimmung deines Vermieters.
Speaker ASchriftlich, Ja.
Speaker BUnd ich möchte das Wort schriftlich hier wirklich fett unterstreichen.
Speaker AAber ist das nicht.
Speaker AAlso ich finde, das klingt wahnsinnig unpassend in so einem Moment, wenn ich gerade mein Tier verloren habe und völlig aufgelöst bin, weinend am Küchentisch sitze, da will ich doch keinen formellen Briefwechsel mit meiner Hausverwaltung starren.
Speaker BDas stimmt.
Speaker AReicht da nicht ein kurzer Anruf so nach dem Hey, mein Hund ist gestorben, darf ich ihn hinten unter dem Apfelbaum begraben?
Speaker AUnd der Vermieter sagt am Jo, mach nur.
Speaker BIch verstehe diesen Impuls total.
Speaker BIn der Trauer hat man keine Kraft für Formulare.
Speaker BMan will den Weg des geringsten Widerstands gehen.
Speaker BAber mündliche Absprachen können später zu unglaublich schmerzhaften Missverständnissen führen.
Speaker AInwiefern?
Speaker BStell dir mal vor, du ziehst in drei Jahren aus oder das Haus wird verkauft, der Eigentümer wechselt und der neue Besitzer will den Garten komplett umgraben lassen, weil er da einen Pool bauen möchte.
Speaker BOh Gott, auf einmal gibt es Streit um genau dieses Grab.
Speaker BDu hast nichts in der Hand.
Speaker BDiese Schriftform fühlt sich im ersten Moment des Abschieds vielleicht bürokratisch und furchtbar kalt an.
Speaker BAber eigentlich ist sie ein stiller Schutz.
Speaker AEin stiller Schutz, ja.
Speaker BSie schützt dich, deine Erinnerung.
Speaker BUnd sie bewahrt die Ruhe deines Tieres für die Zukunft.
Speaker AOkay, wenn man es so betrachtet, ergibt das absolut Sinn.
Speaker AGut, nehmen wir an, ich hab die Erlaubnis oder Es ist sowieso mein eigener Garten.
Speaker AJetzt stehe ich da draußen mit der Schaufel.
Speaker AGibt es Vorgaben, wie tief das Grab eigentlich sein muss?
Speaker BJa, die gibt es und die sind sehr strikt.
Speaker BDie Vorgabe liegt bei mindestens 50 cm, und zwar 50 cm Erde über dem Tier.
Speaker APuh, 50 cm.
Speaker BJa, das ist ein halber Meter.
Speaker AWenn man noch nie ein Loch in dieser Tiefe gegraben hat, unterschätzt man das oft völlig.
Speaker AEin halber Meter tief in vielleicht festem Lehmboden, wo noch fette Baumwurzeln im Weg sind.
Speaker ADas ist körperlich richtig, richtig harte Arbeit.
Speaker BEs ist ein Kraftakt.
Speaker BAbsolut.
Speaker AWarum muss das denn so tief sein?
Speaker AReichen da nicht 20 oder 30 cm, wenn man ohnehin einen schönen Stein drauflegt?
Speaker BDas hat sehr handfeste, praktische Gründe.
Speaker BZum einen geht es schlicht um Hygiene und die Vermeidung von Gerüchen, die sonst an die Oberfläche dringen könnten.
Speaker BAber ein ganz wesentlicher Punkt, den viele in der Trauer einfach vergessen, ist der Schutz vor Wildtieren.
Speaker AAh, Füchse und so weiter.
Speaker BGenau.
Speaker BEin Fuchs, ein Marder oder auch ein Wildschwein hat einen extrem feinen Geruchssinn.
Speaker BDie dürfen das Grab auf gar keinen Fall aufwühlen können.
Speaker ADas wäre ja die absolute Horrorvorstellung, dass man am nächsten Morgen in den Garten kommt.
Speaker AUnd nein, daran will man gar nicht denken.
Speaker BEs passiert leider, wenn nicht tief genug gegraben wird.
Speaker AIch glaube, jeder, der schon mal gesehen hat, wie schnell der eigene kleine Terrier aus purer Langeweile ein Blumenbeet in eine absolute Kraterlandschaft verwandeln kann, der weiß, welche enorme Kraft Tiere beim Graben entwickeln.
Speaker BRichtig.
Speaker AAlso wenn der Boden im Garten zum Beispiel sehr locker oder sandig ist oder wenn ich weiß, dass wir nachts ständig Besuch von Füchsen haben, dann schadet es wahrscheinlich nicht, lieber noch tiefer zu graben, oder?
Speaker BAbsolut.
Speaker BWenn die Kraft es irgendwie zulässt, ist tiefer immer besser.
Speaker BGeh auf 60 oder 70 cm, wenn du kannst.
Speaker AGut.
Speaker AWas ist die dritte Regel?
Speaker BDas bringt uns zu den absoluten Tabuzonen.
Speaker BDenn selbst wenn dir das Grundstück gehört und du das tiefste Loch der Welt gräbst, es gibt Orte, da ist es strengstens verboten.
Speaker AWelche sind das?
Speaker BWenn dein Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt oder in einem Natur bzw.
Speaker BNaturschutzgebiet, dann ist eine Bestattung dort schlicht nicht erlaubt.
Speaker ADa muss ich jetzt aber wieder kurz den Advocatus Diaboli spielen.
Speaker AWoher weiß ich denn, ob mein kleines Reihenhaus in einem Wasserschutzgebiet steht?
Speaker ADas steht ja bei den meisten Leuten nicht auf dem Klingelschild.
Speaker BDas stimmt.
Speaker BDas weiß man oft gar nicht auswendig.
Speaker BWenn du dir unsicher bist, reicht aber oft ein kurzer Blick auf die Website deiner Gemeinde oder deines Landkreises.
Speaker ADa gibt es Karten.
Speaker BGenau dort gibt es meist öffentlich einsehbare Karten.
Speaker BIn diesen Gebieten sagt das Gesetz ganz Der Schutz des Bodens und des Trinkwassers hat absoluten Vorrang vor dem individuellen Wunsch der Bestattung.
Speaker BAlso 0 Spielraum, keinerlei Ermessensspielraum.
Speaker AVerstehe.
Speaker ADas Trinkwasser geht vor.
Speaker ADas leuchtet ein.
Speaker AUnd was ist die vierte Grundregel?
Speaker BDie betrifft die Abstände auf dem Grundstück selbst.
Speaker BEs ist ein Abstand von ein bis zwei Metern zu Nachbargrundstücken vorgeschrieben, aber auch zu öffentlichen Wegen oder Plätzen.
Speaker AEin bis zwei Meter Abstand zum Zaun.
Speaker AJa, das klingt jetzt in einem ländlichen Grossgarten absolut machbar.
Speaker AAber stell dir mal einen städtischen Reihenhausgarten vor, der ist vielleicht fünf Meter breit.
Speaker AWenn du da von beiden Seiten zwei Meter Abstand hältst, bist du ja fast schon mitten auf der winzigen Rasenfläche.
Speaker BDas stimmt.
Speaker BDas wird dann sehr eng.
Speaker ADa bleibt kaum noch Platz für etwas anderes.
Speaker AWarum ist der Gesetzgeber da so streng?
Speaker AReicht nicht ein halber Meter?
Speaker BWeil es hier um Konfliktprävention geht, um ein respektvolles Miteinander.
Speaker BOK, überleg mal, so ein Grab ist etwas zutiefst Intimes.
Speaker BEs ist ein Ort der Trauer, der Stille und der sehr privaten Erinnerung.
Speaker BDu möchtest ja wahrscheinlich nicht, dass dein Nachbar am Sonntagnachmittag direkt am Zaun steht, laute Musik hört und den Rasentrimmer anwirft, während du genau dastehst und an deinen Hund denkst.
Speaker ADas wäre furchtbar.
Speaker BDieser gesetzliche Abstand schafft also eine Pufferzone.
Speaker BEr bewahrt die Würde dieses kleinen Ortes und verhindert gleichzeitig, dass sich Nachbarn vielleicht gestört fühlen.
Speaker AOkay, das ist eine Art Respektabstand in beide Richtungen.
Speaker BGanz genau.
Speaker AWeißt du, was mir bei dem Thema Orte sofort in den Sinn kommt?
Speaker AWenn ich an Haustiere denke, dann haben die ja oft ihre absoluten Lieblingsplätze.
Speaker AOh ja.
Speaker AUnd die sind oft gar nicht im eigenen Garten.
Speaker ANehmen wir mal an, mein Hund hatte diesen einen perfekten Platz drüben im Wald, an dem er jeden Morgen immer schnüffeln wollte.
Speaker AOder eine wunderschöne kleine Lichtung am Feldrand.
Speaker BIch ahne, worauf du hinaus willst.
Speaker ARein emotional fühlt es sich ja unglaublich richtig an, das Tier genau dorthin zurückzubringen.
Speaker AWäre das rechtlich irgendwie machbar?
Speaker BIch verstehe die Poesie dahinter vollkommen.
Speaker BEs ist ein sehr romantischer, sehr schöner Gedanke.
Speaker BAber wir müssen das hier leider ganz klar und deutlich Das ist rechtlich absolut untersagt.
Speaker AGar keine Chance.
Speaker BKeine Das Begraben auf fremdem Grund, in Wäldern, auf Feldern oder auf öffentlichen Flächen ist strengstens verboten.
Speaker BEgal wie passend oder friedlich es sich in deinem Herzen anfühlt.
Speaker ADas ist hart.
Speaker BWenn dir der Grund nicht gehört und es keine Privatfläche mit Erlaubnis ist, machst du dich strafbar.
Speaker BDer Gesetzgeber macht hier wirklich keine Ausnahmen für emotionale Verbundenheit zu einem Ort in der Natur.
Speaker ADas ist wichtig zu wissen.
Speaker ANicht, dass man aus Liebe einen riesigen Fehler macht.
Speaker BRichtig.
Speaker ALass uns vielleicht noch kurz auf die unterschiedlichen Tiere schauen.
Speaker ADenn Gesetzestext hin oder her in der Praxis draußen im Garten macht es ja einen massiven Unterschied, wen ich da vor mir habe.
Speaker BDefinitiv.
Speaker BNehmen wir mal den Hund als Beispiel.
Speaker BDa ist es vor allem eine ganz praktische Frage der Größe und des Gewichts.
Speaker AJa, klar.
Speaker AEin kleiner Chihuahua ist logistisch etwas völlig anderes als eine deutsche Dogge.
Speaker BExakt.
Speaker BWenn du einen großen, schweren Hund hast, dann reden wir über ein massives Grab.
Speaker BErinnerst du Dich an die 50 cm Mindesttiefe von der wir vorhin sprachen, Ja, der halbe Meter.
Speaker BDu musst diese 50 cm von der Oberkante des Tierkörpers ausmessen, ohne das Das Loch für einen großen Hund muss entsprechend riesig und wahnsinnig tief werden.
Speaker BDas beeinflusst den Platzbedarf in einem kleinen Garten extrem.
Speaker ABei einer Dogge ist das dann ja fast schon ein kleiner Krater, den man da ausheben muss.
Speaker BJa, das ist kaum noch alleine machbar.
Speaker BUnd man muss auch bei sehr großen Tieren oft ab einem bestimmten Gewicht, können Kommunen manchmal noch zusätzliche Vorgaben machen oder eine private Bestattung sogar ganz einschränken.
Speaker AGut zu wissen.
Speaker AWie ist das eigentlich bei Katzen?
Speaker ABrauche ich da formal irgendeine Genehmigung von der Stadt?
Speaker BIm Grunde genommen brauchst du oft keine offizielle Genehmigung, wenn alle vier Grundregeln, also Eigentum, Tiefe, die Schutzgebiete und der Abstand erfüllt sind.
Speaker AOkay, das klingt einfach.
Speaker BAber bei Katzen, besonders bei Freigängern, schwingt oft eine ganz andere Unsicherheit mit welchem Du weißt, bei einer Freigängerkatze, die vielleicht plötzlich oder draußen verstirbt nie hundertprozentig, wo sie in den letzten Tagen war, hatte sie vielleicht Kontakt zu infizierten Wildtieren.
Speaker AAh, die Krankheiten von vorhin?
Speaker BGenau.
Speaker BHat sie sich vielleicht mit einer dieser anzeigepflichtigen Krankheiten angesteckt?
Speaker ADas ist natürlich eine quälende Ungewissheit, wenn man es nicht genau weiß.
Speaker AMan will ja nicht unwissentlich etwas Gefährliches im eigenen Garten vergraben.
Speaker AUnd wie ist es bei den ganz
Speaker Bkleinen Bei Nagetieren meinst du?
Speaker AJa, ich wette, bei einem Hamster, einem Meerschweinchen oder einem Kaninchen denken die meisten ach komm, das ist so ein kleines Tier, da grabe ich mal kurz mit der Pflanzkelle ein Loch ins Blumenbeet.
Speaker ADas interessiert doch niemanden.
Speaker BDas ist ein sehr weit verbreiteter Irrglaube.
Speaker BIch muss das sanft, aber bestimmt korrigieren.
Speaker AWirklich?
Speaker BJa.
Speaker BFür das kleine Zwergkaninchen im Gras gelten exakt die gleichen strengen rechtlichen Prinzipien wie
Speaker Afür den großen Labrador, also auch 50 cm tief.
Speaker BAuch hier mindestens 50 cm tief.
Speaker BDie Abstände einhalten, Eigentum klären.
Speaker BDas Gesetz unterscheidet bei diesen Grundregeln nicht nach der Größe des Herzschlags, der da verstummt ist.
Speaker AWow, das hätte ich nicht gedacht.
Speaker ADas führt mich jetzt zu einem Gedanken, vor dem wahrscheinlich sehr viele unserer Zuhörer extrem zurückschrecken.
Speaker BWas meinst du?
Speaker AWir reden die ganze Zeit darüber, was erlaubt ist, welche Zonen es gibt, Gewichte, Abstände.
Speaker AWenn ich jetzt aber unsicher bin, sagen wir, ich weiß nicht, ob mein Garten im Wasserschutzgebiet liegt oder ob meine Gemeinde ne Gewichtsgrenze für Hunde hat.
Speaker ADann hilft letztlich ja nur, ich muss beim zuständigen Veterinäramt oder bei der Gemeinde anrufen.
Speaker BJa, das ist der sicherste Weg.
Speaker AAber ganz ehrlich, stell dir das mal Du bist in tiefster Trauer, dir laufen die Tränen übers Gesicht, du kannst kaum atmen vor Schmerz und du sollst jetzt einen Beamten auf dem Amt anrufen, um einen bürokratischen Vorgang zu besprechen.
Speaker BEs ist wahnsinnig schwer.
Speaker AEs fühlt sich so falsch an.
Speaker AEs fühlt sich an, als würde man die tiefe Liebe zu seinem Tier in einen kalten Aktenvermerk verwandeln.
Speaker BIch verstehe diese Hürde so gut.
Speaker BEs fühlt sich unpassend und kalt an, aber vielleicht können wir gemeinsam versuchen, die Perspektive darauf ein klein wenig zu drehen.
Speaker AWie meinst du das?
Speaker BDieser Anruf ist kein Misstrauen gegen dein Tier und er ist auch kein Verrat an deinen Gefühlen.
Speaker BEs ist eigentlich der letzte Akt der Verantwortung, den du für dein Tier übernimmst.
Speaker AVerantwortung?
Speaker BJa, ein kurzer Anruf, ein einfaches Nachfragen klärt alle Zweifel.
Speaker BUnd das ist deshalb so unglaublich wichtig, weil die Konsequenzen, wenn man es einfach darauf ankommen lässt und etwas falsch macht, ziemlich drastisch sein können.
Speaker AWas passiert dann?
Speaker BLass mich dir mal eine Zahl nennen.
Speaker BWerden diese rechtlichen Vorgaben ignoriert?
Speaker BReden wir über Bußgelder von bis zu Bitte was?
Speaker AEuro?
Speaker AJa, das ist ja absoluter Wahnsinn.
Speaker AIn einem Moment, wo man emotional sowieso schon am Boden liegt, kann einen so eine Summe ja finanziell komplett ruinieren.
Speaker BDas ist eine Summe, die einen erst einmal völlig erschlägt.
Speaker BDas ist kein kleines Knöllchen fürs Falschparken.
Speaker AAber weißt du, was ich bei dieser ganzen Bußgeld Sache fast noch schlimmer finde als das Geld an sich?
Speaker BDie emotionale Ebene.
Speaker AGenau.
Speaker AStell dir das mal vor.
Speaker ADu begräbst ein geliebtes Tier, du weinst, du richtest den Platz wunderschön her, pflanzt vielleicht noch Vergissmeinnicht darauf, Du findest langsam deinen Frieden damit und Monate später steht plötzlich das Ordnungsamt vor der Tür.
Speaker ADu musst eine horrende Strafe zahlen und im allerschlimmsten Fall zwingen sie dich, das Tier wieder zu exhumieren aus dem eigenen Garten.
Speaker BDas ist ein Albtraum.
Speaker ADieser Gedanke, dieses Bußgeld und diese Konsequenz, das legt sich doch im Nachhinein wie ein dunkler, schrecklicher Schatten über den gesamten Abschied.
Speaker BAbsolut.
Speaker ADu fühlst dich auf einmal, als hättest du eine schwere Straftat begangen, obwohl deine einzige Motivation doch reine tiefe Liebe war.
Speaker BGenau davor bewahrt einen eben dieser eine schwere Anruf vorher.
Speaker BDie Aufklärung schützt dich vor diesem Schatten.
Speaker BEs geht darum, den Frieden zu wahren,
Speaker Aden Frieden des Ortes, den Frieden draußen im Garten.
Speaker BJa, aber vor allem deinen eigenen inneren Frieden.
Speaker BDu willst dich an die schönen Momente erinnern, nicht an einen traumatischen Rechtsstreit mit der Behörde.
Speaker ADas stimmt.
Speaker AUnd wenn wir uns das alles so ansehen, wenn das alles geschafft ist, das Grab ist tief genug ausgehoben, die Erde ist wieder geschlossen, vielleicht liegt schon der erste Schnee darauf oder die Frühlingssonne wärmt den Boden, dann verändern sich die Dinge
Speaker Bja oft sehr sogar.
Speaker AEin Grab im Garten ist dann für die Menschen ja viel weniger eine formale Bestattung im rechtlichen Sinne.
Speaker AEs wird zu etwas völlig anderem.
Speaker BZu was wird es für dich?
Speaker AEs ist ein stilles Weiterleben.
Speaker AEin Ort, an den du einfach an einem ganz normalen Dienstagmorgen mit deiner Kaffeetasse gehen kannst, an dem du stehen kannst, durchatmen kannst, ohne irgendjemanden auf der Welt etwas erklären zu müssen.
Speaker BEin Ort, der einfach nur euch gehört.
Speaker AGenau.
Speaker AAber, und das ist mir jetzt noch extrem wichtig, Was ist, wenn das alles nicht geht?
Speaker AJa, wenn du jetzt zuhörst und ich habe gar keinen Garten oder mein Vermieter hat streng und endgültig Nein gesagt oder ich lebe mitten im Wasserschutzgebiet und darf einfach nicht.
Speaker BDas ist für viele eine bittere Realität.
Speaker AWenn dir jetzt vielleicht das Herz schwer wird, weil du diesen physischen Ort für dein Tier nicht schaffen kannst, dann möchte ich dir etwas ganz, ganz Wichtiges mitgeben.
Speaker AEtwas, das uns am Herzen liegt.
Speaker ADas ist kein Verrat an deinem Tier.
Speaker BNein, niemals.
Speaker ADeine Liebe und deine Erinnerung brauchen nicht zwingend feuchte Erde, um weiter zu existieren.
Speaker BDas ist so wichtig zu betonen.
Speaker AEin schlichter, vom Wasser glattgeschliffener Stein auf der Fensterbank, den du immer berührst, wenn du vorbeigehst.
Speaker AEine bestimmte Pflanze, die du auf dem
Speaker BBalkon ziehst, und pflegst ein leises Windspiel.
Speaker AJa, ein Windspiel, das nur du richtig verstehst, wenn der Herbstwind hindurchweht, ein Foto im Flur oder einfach nur ein Satz, den du abends in die Stille flüsterst, wenn niemand zuhört.
Speaker AAll das sind genauso würdige, genauso tiefe Rituale.
Speaker ADer Wert des Abschieds, der Wert der Zeit, die ihr hattet, misst sich doch nicht an der Tiefe eines Lochs im Boden.
Speaker BDas ist ein sehr wahrer und sehr tröstlicher Gedanke.
Speaker BWir haben heute wirklich viel über harte Fakten gesprochen.
Speaker BOh ja, über Mindesttiefen von 50 Zentimetern, über Abstandsregeln von ein bis zwei Metern, über Eigentumsverhältnisse, Vermieter, Bußgelder und Schutzgebiete, die ganze Bürokratie.
Speaker BWir haben viel darüber gesprochen, wie der Staat versucht, physische Orte der Trauer ganz exakt zu vermessen, sie zu regulieren und mit Grenzen zu versehen.
Speaker BAber vielleicht, und das ist der Gedanke, den ich dir heute mitgeben mö Vielleicht wirft all diese Strenge und diese Begrenzung im Außen eine viel wichtigere Frage für dich auf.
Speaker AWelche Frage?
Speaker BEine Frage, die du nur für dich selbst beantworten kannst.
Speaker BWenn dieser physische Ort in der Erde so streng limitiert und vom Gesetzgeber reguliert ist, wie gestaltest du dann eigentlich deinen inneren Raum der Erinnerung?
Speaker BWie sieht dieser Ort in dir selbst aus?
Speaker BDieser Raum, für den du absolut keine Genehmigung vom Vermieter brauchst, für den keine amtlichen Abstandsregeln gelten und den dir keine Verordnung der Welt niemals nehmen kann.
Speaker BWie machst du diesen inneren Raum für dein Tier unendlich weit?