Speaker A

Hallo.

Speaker A

Hallo.

Speaker A

Schön, dass wir uns heute die Zeit nehmen können, mal in Ruhe über dieses Thema zu sprechen.

Speaker B

Ja, finde ich auch.

Speaker B

Das ist wichtig, glaube ich.

Speaker A

Sag mal, hast du dich auch schon mal gefragt, was eigentlich mit all diesen Spuren passiert, die wir so im Digitalen hinterlassen, wenn wir eines Tages nicht mehr da sind?

Speaker A

All die Fotos in der Cloud, die unzähligen Nachrichten, die Profile in sozialen Netzwerken, die schweigen ja nicht einfach von selbst, oder?

Speaker B

Ja, das ist eine Frage, die wirklich berührt, finde ich.

Speaker B

Diese digitalen Echos, die bleiben, selbst wenn die Stimme verstummt ist.

Speaker B

Genau, das ist schon, was das viele Menschen heute bewegt.

Speaker A

Absolut.

Speaker A

Und deswegen wollen wir heute vielleicht einfach mal ein wenig darüber nachdenken, was dieser sogenannte digitale Nachlass eigentlich so umfasst, welche rechtlichen Aspekte dahinter stehen und wie man vielleicht einen Weg finden kann, damit umzugehen, sei es für sich selbst so vorausschauend oder auch, wenn man gerade einen lieben Menschen verloren hat, ganz ohne Druck, einfach als, ja, als gemeinsames Erkunden, ein sanfter Blick darauf.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Vielleicht fangen wir mal da an, was da eigentlich alles so reinzählt in dieses digitale Erbe.

Speaker A

Ja, gute Idee.

Speaker B

Ist ja oft viel mehr, als man im ersten Moment so auf dem Schirm hat.

Speaker A

Das glaube ich sofort.

Speaker A

Es geht ja weit über ein paar gespeicherte Passwörter hinaus, nehme ich an.

Speaker B

Oh ja, ganz genau.

Speaker B

Der digitale Nachlass, der umfasst im Grunde alle Online Konten und die digitalen Daten einer Person.

Speaker B

Okay, das fängt an bei den E Mail Postfächern, die ja oft der Schlüssel zu vielem sind und die ganzen Nachrichten in Messengern.

Speaker A

Klar.

Speaker B

Dann geht es weiter über die Profile in sozialen Netzwerken, also Facebook, Instagram, LinkedIn, was man halt so hat, die Cloud Speicher, wo vielleicht tausende von Fotos, Videos, wichtige Dokumente liegen.

Speaker A

Ja, die Fotos.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Und dann natürlich auch Abonnements für Streamingdienste, Musik, Zeitungen oder auch Online Shops.

Speaker A

Stimmt, die Abos vergisst man leicht und dann gibt es ja sicher noch Dinge, an die man vielleicht nicht sofort denkt.

Speaker B

Richtig.

Speaker B

Zum Beispiel auch Mitgliedschaften in irgendwelchen Online Foren oder Profile bei Online Spielen, wo man vielleicht Teil einer Community war.

Speaker B

Ah ja, natürlich gehört auch das Online Banking dazu, eventuell eigene Webseiten oder Domains, die man besitzt.

Speaker A

OK.

Speaker B

Und in manchen Fällen sogar digitale Währungen, also Kryptowallets.

Speaker A

Wow.

Speaker B

Es ist wirklich ein ganzes digitales Leben, das da irgendwie weiter existiert.

Speaker A

Wenn man das so hört, wird einem erst die Dimension bewusst und es sind ja eben nicht nur abstrakte Datensätze oder Verträge.

Speaker A

Nein, das sind ja oft tief persönliche Dinge.

Speaker A

Die Urlaubserinnerungen in der Cloud, die langen Chatgespräche mit Freunden, die Gedanken, die man geteilt hat, öffentlich oder privat.

Speaker B

Das macht es so unglaublich wertvoll, aber eben auch so verletzlich und manchmal schwer greifbar, finde ich.

Speaker A

Genau diese Verbindung ist das Zentrale.

Speaker A

Wir haben da diese Dualität.

Speaker A

Auf der einen Seite stehen ganz klar Verträge, Zugangsdaten, rechtliche Ansprüche, auch Pflichten, die vielleicht weiterlaufen.

Speaker A

Ja, und auf der anderen Seite geht es um Nähe, um Intimität, um persönliche Grenzen, um Erinnerungen und die ganzen Emotionen, die daran hängen.

Speaker B

Und diese Mischung zu navigieren.

Speaker B

Das ist die eigentliche Herausforderung, aber eben auch die Chance, sehr achtsam und respektvoll damit umzugehen.

Speaker A

Wie ist es denn rechtlich bei uns in Deutschland?

Speaker A

Gibt es da inzwischen spezielle Gesetze für dieses digitale Erbe?

Speaker A

Man hört ja immer wieder davon.

Speaker B

Nein, also ein spezielles Gesetz nur für den digitalen Nachlass gibt es bisher tatsächlich nicht.

Speaker B

Stattdessen greift das allgemeine Erbrecht.

Speaker B

Die Grundregel ist, die Erben treten in die gesamte Rechtsposition des Verstorbenen ein.

Speaker B

Das heißt, das heißt, sie erben nicht nur das Haus oder das Bankkonto, sondern eben auch die Rechte und Pflichten aus den Verträgen, die mit den Online Konten verbunden sind.

Speaker B

Diese digitalen Vermögenswerte und Verpflichtungen, die gehen also grundsätzlich auf die Erben über.

Speaker A

Das klingt erstmal logisch, aber wie passt das mit den Plattformen zusammen?

Speaker A

Die haben doch oft ihre eigenen Regeln in den Nutzungsbedingungen oder die AGBs.

Speaker B

Das ist ein ganz wichtiger Punkt und war auch lange umstritten.

Speaker B

Hier hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs, also das BGH aus dem Jahr 2018 ziemlich viel Klarheit gebracht.

Speaker A

Ah, das habe ich mal gehört.

Speaker B

Der Facebook Fall.

Speaker A

Genau, der Facebook Fall.

Speaker A

Da ging es um den Account eines verstorbenen Mädchens und der BGH hat entschieden, Das Aktenzeichen ist Dritter CR 81317, dass der Account samt der Kommunikationsinhalte darin grundsätzlich vererbbar ist.

Speaker B

Okay, das ist deutlich, ja.

Speaker A

Die Erben haben also einen Anspruch auf Zugang zu dem Konto.

Speaker A

Und dieses Urteil hat das deutsche Erbrecht gilt auch im digitalen Raum und es steht über den allgemeinen Geschäftsbedingungen, den AGBs der Anbieter.

Speaker A

Das ist eine wichtige Klarstellung.

Speaker A

Aber heißt das, die Erben können einfach bei sagen wir, Facebook anrufen und das Passwort verlangen.

Speaker A

Ich stelle mir das in der Praxis irgendwie komplizierter vor.

Speaker B

Das ist es auch, und zwar aus guten Gründen.

Speaker A

Aha.

Speaker B

Nur weil das Recht auf Zugang besteht, heißt das nicht, dass es einfach so technisch umgesetzt wird oder werden kann.

Speaker B

Da gibt es wichtige Aspekte zu beachten.

Speaker B

Zum einen den Datenschutz.

Speaker B

Der Schutz der personenbezogenen Daten des Verstorbenen endet zwar mit dem Tod, aber in den Konten, gerade in E Mails oder Chats, da sind ja oft auch Daten und sehr private Nachrichten von Dritten drin.

Speaker A

Stimmt.

Speaker B

Und deren Datenschutzrechte, die bestehen natürlich weiter und müssen geschützt werden.

Speaker A

OK, das leuchtet ein.

Speaker A

Und was ist mit der Person selbst, also dem Verstorbenen?

Speaker B

Genau, das ist der zweite wichtige Das postmortale Persönlichkeitsrecht.

Speaker B

Auch nach dem Tod hat jeder Mensch ein Recht auf Achtung seiner Würde und seines Andenkens.

Speaker B

Verstehe Anbieter müssen und wollen das berücksichtigen.

Speaker B

Sie können und dürfen also nicht einfach pauschal Passwörter rausgeben.

Speaker B

Es ist immer eine Abwägung im Einzelfall.

Speaker A

Und diese ganzen Mechanismen, die die Plattformen selbst haben, dieser Gedenkzustand zum Beispiel, was hat es damit auf sich?

Speaker B

Richtig, viele große Anbieter wie Facebook oder Instagram bieten das ja an, ein Profil in einen sogenannten Gedenkzustand zu versetzen.

Speaker B

Das Profil bleibt dann oft sichtbar, aber es wird eben gekennzeichnet, dass die Person verstorben ist und es können keine neuen Anmeldungen mehr erfolgen.

Speaker A

Okay.

Speaker B

Manchmal kann man auch schon zu Lebzeiten einen Nachlasskontakt benennen, der dann bestimmte, aber eben Begrenz Verwaltungsrechte hat.

Speaker B

Andere Anbieter sehnen ihren AGB vielleicht eine automatische Löschung nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität vor.

Speaker B

Das ist unterschiedlich.

Speaker A

Können denn diese AGBs den Erben den Zugang dann doch wieder erschweren, trotz des BGH Urteils?

Speaker B

Sie können den Prozess verkomplizieren.

Speaker B

Die Anbieter verweisen natürlich auf ihre etablierten Verfahren und fordern dann entsprechende Nachweise, klar.

Speaker B

Aber das grundsätzliche Recht der Erben auf Zugang, wie es der BGH bestätigt hat, das hebeln sie nicht aus.

Speaker B

Es bedeutet nur, dass man sich als Erbe halt aktiv drum kümmern muss und die nötigen Dokumente vorlegen.

Speaker A

Was für Nachweise sind das denn so?

Speaker B

In der Regel üblicherweise verlangen die Anbieter eine Kopie der Sterbeurkunde und einen Nachweis, dass man Erbe ist.

Speaker A

Also ein Erbschein.

Speaker B

Das kann ein Erbschein sein, ja.

Speaker B

Oder ein europäisches Nachlasszeugnis Manchmal reicht auch ein Testament mit dem Eröffnungsprotokoll.

Speaker A

OK.

Speaker B

Das dient ja nicht dazu, die Erben zu schikanieren, sondern dem Schutz aller Beteiligten.

Speaker A

Verstehe.

Speaker A

Schutz der Daten der Persönlichkeitslechte.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Und Schutz vor unberechtigtem Zugriff durch Dritte.

Speaker B

Man muss sich halt drauf einstellen, dass dieser Prozess Geduld erfordert.

Speaker B

Und emotional kann das natürlich auch belastend sein.

Speaker A

Ja, das glaube ich.

Speaker A

Gerade beim E Mail Konto stelle ich mir das besonders heikel vor.

Speaker A

Das ist ja oft so der Dreh und Angelpunkt für so viele andere Dienste, oder?

Speaker B

Absolut.

Speaker B

Das E Mail Konto ist oft der zentrale Schlüssel und daher echt sensibel.

Speaker A

Hm.

Speaker B

Rechtlich gesehen haben Erben auch hier einen Zugangsanspruch.

Speaker B

Aber gerade weil dort oft sehr, sehr private Korrespondenz liegt und möglicherweise auch Passwörter oder Zugangsdaten zu anderen Diensten gespeichert sind, ist hier äußerste Behutsamkeit geboten.

Speaker A

Das ist eine Gradänderung total zwischen dem.

Speaker B

Berechtigten Interesse der Erben, den Nachlass zu regeln und dem Respekt vor der Privatsphäre des Verstorbenen und seiner Kommunikationspartner.

Speaker B

Da sollte man wirklich besonders achtsam und überlegt vorgehen.

Speaker A

Das alles klingt so, als wäre es eine riesige Erleichterung für die Hinterbliebenen, wenn man schon zu Lebzeiten ein paar Vorkehrungen trifft.

Speaker A

Geht das denn?

Speaker B

Ist es sinnvoll, ja unbedingt digitale Vorsorge zu treffen?

Speaker B

Das kann eine enorme Hilfe sein und auch ein Zeichen der Fürsorge und es muss gar nicht furchtbar kompliziert sein.

Speaker B

Ein erster wichtiger Schritt kann schon sein, einfach mal eine Übersicht zu erstellen, worüber?

Speaker B

Naja, welche Online Konten und wichtigen digitalen Dienste nutze ich überhaupt?

Speaker B

E Mail Adressen, Social Media Profile, Cloud Dienste, wichtige Abos, vielleicht Online Banking Zugänge oder eigene Webseiten einfach mal auflisten und.

Speaker A

Dann kann man auch festlegen, was damit passieren soll.

Speaker A

Löschen, behalten.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Man kann seine Wünsche festhalten.

Speaker B

Sollen bestimmte Konten einfach gelöscht werden?

Speaker B

Gibt es Profile, die vielleicht in einem Gedenkzustand sollen, falls die Plattform das anbietet.

Speaker A

Oder wichtige Daten sichern?

Speaker B

Richtig.

Speaker B

Gibt es digitale Schätze, wie die Fotosammlung in der Cloud, die unbedingt für die Familie erhalten bleiben sollen?

Speaker B

Man kann auch Hinweise geben, wo Zugangsdaten oder wichtige Infos sicher verwahrt sind.

Speaker B

Zum Beispiel zum Beispiel der Hinweis auf einen Passwortmanager und wie man darauf zugreifen könnte.

Speaker B

Ganz wichtig ist, man sollte niemals die Passwörter selbst offen in ein Testament oder eine Verfügung schreiben.

Speaker A

Okay, das wäre unsicher.

Speaker B

Ja, nur den Weg dorthin weisen.

Speaker A

Und kann man auch festlegen, wer sich darum kümmern soll.

Speaker A

So eine Art digitaler Nachlassverwalter aus dem Freundeskreis?

Speaker B

Ja, das ist sehr sinnvoll.

Speaker B

Eine oder mehrere Vertrauenspersonen benennen, die man über diese Wünsche informiert oder denen man vielleicht sogar eine Vollmacht erteilt.

Speaker B

Es gibt ja die digitale Vorsorgevollmacht.

Speaker B

Das kann viel Klarheit schaffen.

Speaker B

Man kann diese Wünsche formell in einem Testament festhalten oder in einer separaten Verfügung zum digitalen Nachlass.

Speaker A

Und manche Dienste bieten das ja auch selbst an, oder?

Speaker B

Stimmt.

Speaker B

Einige Dienste wie Google mit dem Konto Inaktivitätsmanager oder Facebook mit dem Nachlasskontakt, die bieten ja direkt in den Einstellungen Möglichkeiten zur Vorsorge.

Speaker B

Das sollte man ruhig mal prüfen.

Speaker A

Aber selbst wenn man jetzt keine formelle Verfügung aufsetzt, manchmal hilft ja vielleicht schon eine einfache Liste oder ein offenes Gespräch mit jemandem, dem man vertraut.

Speaker B

Absolut.

Speaker A

Es geht ja oft darum, den anderen eine Last zu nehmen, oder?

Speaker B

Genau das.

Speaker B

Manchmal ist das persönliche Gespräch oder eine handschriftliche Notiz an einem sicheren Ort das Wertvollste.

Speaker B

Einfach zu Schau mal, das sind die wichtigsten Dinge, falls mir was zustößt.

Speaker B

Das nimmt unglaublich viel Druck und Unsicherheit aus der Situation.

Speaker B

Das ist wirklich ein Akt der Fürsorge.

Speaker A

Und wenn man nun auf der anderen Seite steht, wenn man selbst derjenige ist, der sich um den digitalen Nachlass eines geliebten Menschen kümmern muss oder möchte, das kann ja neben der Trauer schnell wie ein riesiger, unübersichtlicher Berg wirken.

Speaker B

Das ist es oft.

Speaker B

Und genau deshalb ist es so wichtig, sich selbst zu erlauben, behutsam vorzugehen in.

Speaker A

Kleinen Schritten, nicht alles auf einmal genau.

Speaker B

Im eigenen Tempo, so wie es die Kraft und die emotionale Verfassung zulassen.

Speaker B

Niemand muss und kann das alles sofort erledigen.

Speaker A

Was könnten denn solche ersten sanften Schritte sein, wenn man sich bereit fühlt, meine ich.

Speaker B

Vielleicht beginnt man damit, einen ersten Überblick zu gewinnen.

Speaker B

Welche Geräte gibt es?

Speaker B

Laptop, Smartphone, Tablet?

Speaker B

Finden sich irgendwo Notizen mit Hinweisen auf Konten oder Passwörter.

Speaker B

Manchmal geben auch Kontoauszüge Hinweise auf laufende Abos.

Speaker A

Stimmt.

Speaker B

Oder E Mails im Posteingang des Verstorbenen, falls man darauf Zugriff hat.

Speaker B

Und dann ein ganz wichtiger Schritt kann dann sein, das zu sichern, was emotional besonders wertvoll.

Speaker B

Fotos, Videos, vielleicht bestimmte Dokumente, Chatverläufe, die kann man auf eine externe Festplatte oder einen USB Stick kopieren und sicher aufbewahren.

Speaker B

Das schafft oft schon eine erste Beruhigung.

Speaker A

Das kann ich mir vorstellen.

Speaker A

Und wenn diese ersten Sicherungen gemacht sind, geht es dann an die eigentlichen Konten.

Speaker B

Ja, dann kann man beginnen, die einzelnen Plattformen zu kontaktieren.

Speaker B

Viele haben ja, wie gesagt, spezielle Verfahren oder Online Formulare für den Todesfall.

Speaker A

Und dann entscheidet man, was passiert.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Man kann dann Soll ein Konto in den Gedenkzustand, soll es gelöscht werden oder wo es rechtlich möglich und gewünscht ist, vielleicht auf die Erben übertragen werden.

Speaker A

Okay.

Speaker B

Beim E Mail Postfach sollte man wieder besonders bedacht vorgehen.

Speaker B

Vielleicht wichtige Mails sichern, Ordner anlegen, um.

Speaker A

Den Überblick zu behalten und die laufenden Kosten nicht vergessen.

Speaker B

Richtig Laufende kostenpflichtige Abonnements kündigen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Speaker B

Das ist auch wichtig.

Speaker A

Was ist eigentlich mit den Spuren, die jemand vielleicht in Online Communities hinterlassen hat, So in Foren oder Spielegruppen?

Speaker A

Sollte man da auch aktiv werden?

Speaker B

Das kann sinnvoll sein, ja, Wenn der Verstorbene dort sehr aktiv und vernetzt war.

Speaker A

Hm, hm.

Speaker B

Kann eine kurze, respektvolle Nachricht an die Artemis oder die Community für die anderen Mitglieder hilfreich sein, damit die auch Abschied nehmen können?

Speaker A

Aber nur, wenn man es will, natürlich.

Speaker B

Das sollte man nur tun, wenn es sich für die Erben richtig und stimmig anfühlt.

Speaker B

Es gibt keine Verpflichtung.

Speaker A

Ein Punkt, der mir noch wichtig Man muss ja nicht alles durchforsten, oder?

Speaker A

Es ist wahrscheinlich auch wichtig, Grenzen zu respektieren, die des Verstorbenen und die eigenen.

Speaker B

Unbedingt.

Speaker B

Das ein ganz zentraler Aspekt.

Speaker B

Die Privatsphäre des Verstorbenen endet nicht automatisch mit dem Tod.

Speaker A

Nein.

Speaker B

Und auch die eigene emotionale Grenze sollte man wahren.

Speaker B

Nicht jede E Mail muss gelesen werden, nicht jeder Chatverlauf bis ins letzte Detail nachvollzogen werden.

Speaker B

Ja, man darf und sollte für sich entscheiden, was ist für die Abwicklung notwendig und was möchte ich vielleicht bewusst ruhen lassen?

Speaker B

Dieser Respekt vor dem Privaten ist essentiell.

Speaker A

Gibt es denn neben diesen emotionalen Aspekten und dem Prozess mit den Anbietern noch andere praktische Hürden, auf die man stoßen kann?

Speaker B

Ja, die gibt es durchaus.

Speaker B

Ein Thema ist die Internationalität vieler großer Anbieter.

Speaker A

Ah, OK.

Speaker B

Auch wenn deutsches Erbrecht gilt, können die Prozesse durch unterschiedliche Unternehmensstandorte oder Datenschutzregelungen manchmal erschwert sein.

Speaker B

Und technisch Eine weitere Hürde kann die Technik selbst sein.

Speaker B

Denk mal an die Zwei Faktor Authentifizierung.

Speaker A

Fa Ja, der Code aufs Handy.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Wenn man keinen Zugriff auf das Handy des Verstorbenen hat, kann das den Zugang erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen.

Speaker A

Oh je.

Speaker B

Auch verschlüsselte Festplatten oder Geräte können ein Hindernis sein.

Speaker B

All das sind Gründe, warum es manchmal einfach Zeit und Geduld braucht, wenn man.

Speaker A

Das alles so betrachtet.

Speaker A

Merkt bei all den technischen und rechtlichen Fragen im Kern geht es doch immer um den Menschen oder um die Erinnerung.

Speaker B

Die Gefühle, den Abschied.

Speaker A

Ganz genau.

Speaker A

Das ist der Kern.

Speaker A

Es geht nicht primär um Logins und Datenlöschung.

Speaker A

Nein, es geht darum, einen würdevollen, liebevollen und respektvollen Umgang mit den digitalen Spuren zu finden, die ein Mensch hinterlassen hat.

Speaker B

Hm.

Speaker B

Für manche Hinterbliebene kann so ein Online Profil zu einem wichtigen Ort der Trauer und Erinnerung werden, wo sie sich dem Verstorbenen nahe fühlen.

Speaker A

Ja.

Speaker B

Für andere ist es vielleicht genau umgekehrt.

Speaker B

Sie brauchen die Ruhe, die durch die Löschung des Profils entsteht, um ihren Frieden zu finden.

Speaker A

Und beides ist OK.

Speaker B

Absolut.

Speaker B

Beides ist total legitim und verständlich.

Speaker B

Es gibt kein richtig oder falsch, nur das, was sich für die Trauernden im Moment stimmig anfühlt.

Speaker A

Manchmal können vielleicht auch kleine Rituale helfen.

Speaker A

Oder ich meine bewusst ein letztes Mal durch die online geteilten Fotos blättern, eine Playlist hören, die dem Menschen wichtig war oder einen besonderen Chatverlauf für sich speichern.

Speaker B

Ja, solche bewussten Gesten des Abschieds oder der Erinnerung können sehr heilsam sein, aber auch das Gegenteil.

Speaker B

Genauso heilsam kann es sein, sich bewusst Zeit zu lassen, vielleicht erst einmal gar nichts zu tun, wenn die Kraft fehlt oder die Zeit noch nicht weif ist.

Speaker A

Stimmt.

Speaker B

Es gibt keine Frist für die Trauer und den Umgang mit diesen digitalen Erinnerungen.

Speaker B

Und es ist auch ein Zeichen von Stärke, sich Hilfe zu holen.

Speaker A

Praktische oder seelische.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Sei es praktische Unterstützung bei den technischen oder administrativen Dingen oder eben seelischen Beistand, um mit den Emotionen umzugehen.

Speaker A

Wenn wir noch mal kurz auf die Vorsorge zurückblicken, dieses stille Kümmern zu Lebzeiten, sei es durch eine Liste, eine Verfügung oder einfach ein Gespräch, das kann so viel bewirken, habe ich das Gefühl.

Speaker B

Ja, das ist vielleicht eine der größten Formen der Fürsorge, die wir denen erweisen können, die nach uns bleiben, sich selbst.

Speaker A

Die Frage zu Was ist mir wichtig?

Speaker A

Was soll mit meinen digitalen Spuren geschehen?

Speaker A

Oder im Gespräch mit lieben Menschen zu klären, Gibt es etwas, das dir besonders am Herzen liegt, das erhalten bleiben soll?

Speaker B

Wo sollen die Fotos hin?

Speaker A

Que non?

Speaker A

Wo sollen die unzähligen Fotos landen?

Speaker A

Gibt es Menschen oder Online Freunde, die informiert werden sollten?

Speaker A

Ist mir ein bestimmtes Profil oder ein Blog als Teil meines Erbes wichtig?

Speaker A

So wird aus einer scheinbar technischen Notwendigkeit etwas sehr Menschliches, ein Akt der Zuwendung und Voraussicht.

Speaker B

Genau das ist es.

Speaker B

Unsere digitalen Spuren sind ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden.

Speaker B

Und wenn dieses Leben endet, geht es darum, einen Weg zu finden, damit würdevoll umzugehen, achtsam und im Sinne des Verstorbenen.

Speaker B

Das Recht, wie es der BGH bestätigt hat, gibt uns dafür einen Rahmen.

Speaker B

Aber dieser Rahmen, der muss von uns gefühlt werden.

Speaker B

Mit Gefühl, mit Respekt, mit Geduld und mit Zeit.

Speaker A

Kleine bewusste Schritte können erst der Überblick, dann das sichern, was wichtig ist, dann die Entscheidungen über die Konten.

Speaker A

Richtig Und immer das Wissen, dass man diesen Weg nicht allein gehen muss und sich Zeit lassen darf.

Speaker B

Ja, und vielleicht ist der wichtigste Gedanke zum Es ist gut und heilsam, sich diesen Themen zuzuwenden, wenn die Zeit dafür.

Speaker A

Reif ist, ob für sich selbst oder für andere.

Speaker B

Genau.

Speaker B

Sei es in der eigenen Vorsorge oder im Umgang mit dem digitalen Erbe eines anderen in aller Ruhe, mit Bedacht, mit Respekt und vor allem mit dem Herzen.

Speaker A

Das ist ein sehr nachdenklicher, aber gleichzeitig auch irgendwie tröstlicher Gedanke, finde ich.

Speaker B

Ja, das finde ich auch.

Speaker B

Es ist ein Thema, das uns alle auf die eine oder andere Weise betrifft oder betreffen wird.

Speaker B

Und es ist gut, wenn wir lernen, offen und mitfühlend darüber zu sprechen.