Hallo.
Speaker AHallo.
Speaker ASchön, dass wir uns heute die Zeit nehmen können, mal in Ruhe über dieses Thema zu sprechen.
Speaker BJa, finde ich auch.
Speaker BDas ist wichtig, glaube ich.
Speaker ASag mal, hast du dich auch schon mal gefragt, was eigentlich mit all diesen Spuren passiert, die wir so im Digitalen hinterlassen, wenn wir eines Tages nicht mehr da sind?
Speaker AAll die Fotos in der Cloud, die unzähligen Nachrichten, die Profile in sozialen Netzwerken, die schweigen ja nicht einfach von selbst, oder?
Speaker BJa, das ist eine Frage, die wirklich berührt, finde ich.
Speaker BDiese digitalen Echos, die bleiben, selbst wenn die Stimme verstummt ist.
Speaker BGenau, das ist schon, was das viele Menschen heute bewegt.
Speaker AAbsolut.
Speaker AUnd deswegen wollen wir heute vielleicht einfach mal ein wenig darüber nachdenken, was dieser sogenannte digitale Nachlass eigentlich so umfasst, welche rechtlichen Aspekte dahinter stehen und wie man vielleicht einen Weg finden kann, damit umzugehen, sei es für sich selbst so vorausschauend oder auch, wenn man gerade einen lieben Menschen verloren hat, ganz ohne Druck, einfach als, ja, als gemeinsames Erkunden, ein sanfter Blick darauf.
Speaker BGenau.
Speaker BVielleicht fangen wir mal da an, was da eigentlich alles so reinzählt in dieses digitale Erbe.
Speaker AJa, gute Idee.
Speaker BIst ja oft viel mehr, als man im ersten Moment so auf dem Schirm hat.
Speaker ADas glaube ich sofort.
Speaker AEs geht ja weit über ein paar gespeicherte Passwörter hinaus, nehme ich an.
Speaker BOh ja, ganz genau.
Speaker BDer digitale Nachlass, der umfasst im Grunde alle Online Konten und die digitalen Daten einer Person.
Speaker BOkay, das fängt an bei den E Mail Postfächern, die ja oft der Schlüssel zu vielem sind und die ganzen Nachrichten in Messengern.
Speaker AKlar.
Speaker BDann geht es weiter über die Profile in sozialen Netzwerken, also Facebook, Instagram, LinkedIn, was man halt so hat, die Cloud Speicher, wo vielleicht tausende von Fotos, Videos, wichtige Dokumente liegen.
Speaker AJa, die Fotos.
Speaker BGenau.
Speaker BUnd dann natürlich auch Abonnements für Streamingdienste, Musik, Zeitungen oder auch Online Shops.
Speaker AStimmt, die Abos vergisst man leicht und dann gibt es ja sicher noch Dinge, an die man vielleicht nicht sofort denkt.
Speaker BRichtig.
Speaker BZum Beispiel auch Mitgliedschaften in irgendwelchen Online Foren oder Profile bei Online Spielen, wo man vielleicht Teil einer Community war.
Speaker BAh ja, natürlich gehört auch das Online Banking dazu, eventuell eigene Webseiten oder Domains, die man besitzt.
Speaker AOK.
Speaker BUnd in manchen Fällen sogar digitale Währungen, also Kryptowallets.
Speaker AWow.
Speaker BEs ist wirklich ein ganzes digitales Leben, das da irgendwie weiter existiert.
Speaker AWenn man das so hört, wird einem erst die Dimension bewusst und es sind ja eben nicht nur abstrakte Datensätze oder Verträge.
Speaker ANein, das sind ja oft tief persönliche Dinge.
Speaker ADie Urlaubserinnerungen in der Cloud, die langen Chatgespräche mit Freunden, die Gedanken, die man geteilt hat, öffentlich oder privat.
Speaker BDas macht es so unglaublich wertvoll, aber eben auch so verletzlich und manchmal schwer greifbar, finde ich.
Speaker AGenau diese Verbindung ist das Zentrale.
Speaker AWir haben da diese Dualität.
Speaker AAuf der einen Seite stehen ganz klar Verträge, Zugangsdaten, rechtliche Ansprüche, auch Pflichten, die vielleicht weiterlaufen.
Speaker AJa, und auf der anderen Seite geht es um Nähe, um Intimität, um persönliche Grenzen, um Erinnerungen und die ganzen Emotionen, die daran hängen.
Speaker BUnd diese Mischung zu navigieren.
Speaker BDas ist die eigentliche Herausforderung, aber eben auch die Chance, sehr achtsam und respektvoll damit umzugehen.
Speaker AWie ist es denn rechtlich bei uns in Deutschland?
Speaker AGibt es da inzwischen spezielle Gesetze für dieses digitale Erbe?
Speaker AMan hört ja immer wieder davon.
Speaker BNein, also ein spezielles Gesetz nur für den digitalen Nachlass gibt es bisher tatsächlich nicht.
Speaker BStattdessen greift das allgemeine Erbrecht.
Speaker BDie Grundregel ist, die Erben treten in die gesamte Rechtsposition des Verstorbenen ein.
Speaker BDas heißt, das heißt, sie erben nicht nur das Haus oder das Bankkonto, sondern eben auch die Rechte und Pflichten aus den Verträgen, die mit den Online Konten verbunden sind.
Speaker BDiese digitalen Vermögenswerte und Verpflichtungen, die gehen also grundsätzlich auf die Erben über.
Speaker ADas klingt erstmal logisch, aber wie passt das mit den Plattformen zusammen?
Speaker ADie haben doch oft ihre eigenen Regeln in den Nutzungsbedingungen oder die AGBs.
Speaker BDas ist ein ganz wichtiger Punkt und war auch lange umstritten.
Speaker BHier hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs, also das BGH aus dem Jahr 2018 ziemlich viel Klarheit gebracht.
Speaker AAh, das habe ich mal gehört.
Speaker BDer Facebook Fall.
Speaker AGenau, der Facebook Fall.
Speaker ADa ging es um den Account eines verstorbenen Mädchens und der BGH hat entschieden, Das Aktenzeichen ist Dritter CR 81317, dass der Account samt der Kommunikationsinhalte darin grundsätzlich vererbbar ist.
Speaker BOkay, das ist deutlich, ja.
Speaker ADie Erben haben also einen Anspruch auf Zugang zu dem Konto.
Speaker AUnd dieses Urteil hat das deutsche Erbrecht gilt auch im digitalen Raum und es steht über den allgemeinen Geschäftsbedingungen, den AGBs der Anbieter.
Speaker ADas ist eine wichtige Klarstellung.
Speaker AAber heißt das, die Erben können einfach bei sagen wir, Facebook anrufen und das Passwort verlangen.
Speaker AIch stelle mir das in der Praxis irgendwie komplizierter vor.
Speaker BDas ist es auch, und zwar aus guten Gründen.
Speaker AAha.
Speaker BNur weil das Recht auf Zugang besteht, heißt das nicht, dass es einfach so technisch umgesetzt wird oder werden kann.
Speaker BDa gibt es wichtige Aspekte zu beachten.
Speaker BZum einen den Datenschutz.
Speaker BDer Schutz der personenbezogenen Daten des Verstorbenen endet zwar mit dem Tod, aber in den Konten, gerade in E Mails oder Chats, da sind ja oft auch Daten und sehr private Nachrichten von Dritten drin.
Speaker AStimmt.
Speaker BUnd deren Datenschutzrechte, die bestehen natürlich weiter und müssen geschützt werden.
Speaker AOK, das leuchtet ein.
Speaker AUnd was ist mit der Person selbst, also dem Verstorbenen?
Speaker BGenau, das ist der zweite wichtige Das postmortale Persönlichkeitsrecht.
Speaker BAuch nach dem Tod hat jeder Mensch ein Recht auf Achtung seiner Würde und seines Andenkens.
Speaker BVerstehe Anbieter müssen und wollen das berücksichtigen.
Speaker BSie können und dürfen also nicht einfach pauschal Passwörter rausgeben.
Speaker BEs ist immer eine Abwägung im Einzelfall.
Speaker AUnd diese ganzen Mechanismen, die die Plattformen selbst haben, dieser Gedenkzustand zum Beispiel, was hat es damit auf sich?
Speaker BRichtig, viele große Anbieter wie Facebook oder Instagram bieten das ja an, ein Profil in einen sogenannten Gedenkzustand zu versetzen.
Speaker BDas Profil bleibt dann oft sichtbar, aber es wird eben gekennzeichnet, dass die Person verstorben ist und es können keine neuen Anmeldungen mehr erfolgen.
Speaker AOkay.
Speaker BManchmal kann man auch schon zu Lebzeiten einen Nachlasskontakt benennen, der dann bestimmte, aber eben Begrenz Verwaltungsrechte hat.
Speaker BAndere Anbieter sehnen ihren AGB vielleicht eine automatische Löschung nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität vor.
Speaker BDas ist unterschiedlich.
Speaker AKönnen denn diese AGBs den Erben den Zugang dann doch wieder erschweren, trotz des BGH Urteils?
Speaker BSie können den Prozess verkomplizieren.
Speaker BDie Anbieter verweisen natürlich auf ihre etablierten Verfahren und fordern dann entsprechende Nachweise, klar.
Speaker BAber das grundsätzliche Recht der Erben auf Zugang, wie es der BGH bestätigt hat, das hebeln sie nicht aus.
Speaker BEs bedeutet nur, dass man sich als Erbe halt aktiv drum kümmern muss und die nötigen Dokumente vorlegen.
Speaker AWas für Nachweise sind das denn so?
Speaker BIn der Regel üblicherweise verlangen die Anbieter eine Kopie der Sterbeurkunde und einen Nachweis, dass man Erbe ist.
Speaker AAlso ein Erbschein.
Speaker BDas kann ein Erbschein sein, ja.
Speaker BOder ein europäisches Nachlasszeugnis Manchmal reicht auch ein Testament mit dem Eröffnungsprotokoll.
Speaker AOK.
Speaker BDas dient ja nicht dazu, die Erben zu schikanieren, sondern dem Schutz aller Beteiligten.
Speaker AVerstehe.
Speaker ASchutz der Daten der Persönlichkeitslechte.
Speaker BGenau.
Speaker BUnd Schutz vor unberechtigtem Zugriff durch Dritte.
Speaker BMan muss sich halt drauf einstellen, dass dieser Prozess Geduld erfordert.
Speaker BUnd emotional kann das natürlich auch belastend sein.
Speaker AJa, das glaube ich.
Speaker AGerade beim E Mail Konto stelle ich mir das besonders heikel vor.
Speaker ADas ist ja oft so der Dreh und Angelpunkt für so viele andere Dienste, oder?
Speaker BAbsolut.
Speaker BDas E Mail Konto ist oft der zentrale Schlüssel und daher echt sensibel.
Speaker AHm.
Speaker BRechtlich gesehen haben Erben auch hier einen Zugangsanspruch.
Speaker BAber gerade weil dort oft sehr, sehr private Korrespondenz liegt und möglicherweise auch Passwörter oder Zugangsdaten zu anderen Diensten gespeichert sind, ist hier äußerste Behutsamkeit geboten.
Speaker ADas ist eine Gradänderung total zwischen dem.
Speaker BBerechtigten Interesse der Erben, den Nachlass zu regeln und dem Respekt vor der Privatsphäre des Verstorbenen und seiner Kommunikationspartner.
Speaker BDa sollte man wirklich besonders achtsam und überlegt vorgehen.
Speaker ADas alles klingt so, als wäre es eine riesige Erleichterung für die Hinterbliebenen, wenn man schon zu Lebzeiten ein paar Vorkehrungen trifft.
Speaker AGeht das denn?
Speaker BIst es sinnvoll, ja unbedingt digitale Vorsorge zu treffen?
Speaker BDas kann eine enorme Hilfe sein und auch ein Zeichen der Fürsorge und es muss gar nicht furchtbar kompliziert sein.
Speaker BEin erster wichtiger Schritt kann schon sein, einfach mal eine Übersicht zu erstellen, worüber?
Speaker BNaja, welche Online Konten und wichtigen digitalen Dienste nutze ich überhaupt?
Speaker BE Mail Adressen, Social Media Profile, Cloud Dienste, wichtige Abos, vielleicht Online Banking Zugänge oder eigene Webseiten einfach mal auflisten und.
Speaker ADann kann man auch festlegen, was damit passieren soll.
Speaker ALöschen, behalten.
Speaker BGenau.
Speaker BMan kann seine Wünsche festhalten.
Speaker BSollen bestimmte Konten einfach gelöscht werden?
Speaker BGibt es Profile, die vielleicht in einem Gedenkzustand sollen, falls die Plattform das anbietet.
Speaker AOder wichtige Daten sichern?
Speaker BRichtig.
Speaker BGibt es digitale Schätze, wie die Fotosammlung in der Cloud, die unbedingt für die Familie erhalten bleiben sollen?
Speaker BMan kann auch Hinweise geben, wo Zugangsdaten oder wichtige Infos sicher verwahrt sind.
Speaker BZum Beispiel zum Beispiel der Hinweis auf einen Passwortmanager und wie man darauf zugreifen könnte.
Speaker BGanz wichtig ist, man sollte niemals die Passwörter selbst offen in ein Testament oder eine Verfügung schreiben.
Speaker AOkay, das wäre unsicher.
Speaker BJa, nur den Weg dorthin weisen.
Speaker AUnd kann man auch festlegen, wer sich darum kümmern soll.
Speaker ASo eine Art digitaler Nachlassverwalter aus dem Freundeskreis?
Speaker BJa, das ist sehr sinnvoll.
Speaker BEine oder mehrere Vertrauenspersonen benennen, die man über diese Wünsche informiert oder denen man vielleicht sogar eine Vollmacht erteilt.
Speaker BEs gibt ja die digitale Vorsorgevollmacht.
Speaker BDas kann viel Klarheit schaffen.
Speaker BMan kann diese Wünsche formell in einem Testament festhalten oder in einer separaten Verfügung zum digitalen Nachlass.
Speaker AUnd manche Dienste bieten das ja auch selbst an, oder?
Speaker BStimmt.
Speaker BEinige Dienste wie Google mit dem Konto Inaktivitätsmanager oder Facebook mit dem Nachlasskontakt, die bieten ja direkt in den Einstellungen Möglichkeiten zur Vorsorge.
Speaker BDas sollte man ruhig mal prüfen.
Speaker AAber selbst wenn man jetzt keine formelle Verfügung aufsetzt, manchmal hilft ja vielleicht schon eine einfache Liste oder ein offenes Gespräch mit jemandem, dem man vertraut.
Speaker BAbsolut.
Speaker AEs geht ja oft darum, den anderen eine Last zu nehmen, oder?
Speaker BGenau das.
Speaker BManchmal ist das persönliche Gespräch oder eine handschriftliche Notiz an einem sicheren Ort das Wertvollste.
Speaker BEinfach zu Schau mal, das sind die wichtigsten Dinge, falls mir was zustößt.
Speaker BDas nimmt unglaublich viel Druck und Unsicherheit aus der Situation.
Speaker BDas ist wirklich ein Akt der Fürsorge.
Speaker AUnd wenn man nun auf der anderen Seite steht, wenn man selbst derjenige ist, der sich um den digitalen Nachlass eines geliebten Menschen kümmern muss oder möchte, das kann ja neben der Trauer schnell wie ein riesiger, unübersichtlicher Berg wirken.
Speaker BDas ist es oft.
Speaker BUnd genau deshalb ist es so wichtig, sich selbst zu erlauben, behutsam vorzugehen in.
Speaker AKleinen Schritten, nicht alles auf einmal genau.
Speaker BIm eigenen Tempo, so wie es die Kraft und die emotionale Verfassung zulassen.
Speaker BNiemand muss und kann das alles sofort erledigen.
Speaker AWas könnten denn solche ersten sanften Schritte sein, wenn man sich bereit fühlt, meine ich.
Speaker BVielleicht beginnt man damit, einen ersten Überblick zu gewinnen.
Speaker BWelche Geräte gibt es?
Speaker BLaptop, Smartphone, Tablet?
Speaker BFinden sich irgendwo Notizen mit Hinweisen auf Konten oder Passwörter.
Speaker BManchmal geben auch Kontoauszüge Hinweise auf laufende Abos.
Speaker AStimmt.
Speaker BOder E Mails im Posteingang des Verstorbenen, falls man darauf Zugriff hat.
Speaker BUnd dann ein ganz wichtiger Schritt kann dann sein, das zu sichern, was emotional besonders wertvoll.
Speaker BFotos, Videos, vielleicht bestimmte Dokumente, Chatverläufe, die kann man auf eine externe Festplatte oder einen USB Stick kopieren und sicher aufbewahren.
Speaker BDas schafft oft schon eine erste Beruhigung.
Speaker ADas kann ich mir vorstellen.
Speaker AUnd wenn diese ersten Sicherungen gemacht sind, geht es dann an die eigentlichen Konten.
Speaker BJa, dann kann man beginnen, die einzelnen Plattformen zu kontaktieren.
Speaker BViele haben ja, wie gesagt, spezielle Verfahren oder Online Formulare für den Todesfall.
Speaker AUnd dann entscheidet man, was passiert.
Speaker BGenau.
Speaker BMan kann dann Soll ein Konto in den Gedenkzustand, soll es gelöscht werden oder wo es rechtlich möglich und gewünscht ist, vielleicht auf die Erben übertragen werden.
Speaker AOkay.
Speaker BBeim E Mail Postfach sollte man wieder besonders bedacht vorgehen.
Speaker BVielleicht wichtige Mails sichern, Ordner anlegen, um.
Speaker ADen Überblick zu behalten und die laufenden Kosten nicht vergessen.
Speaker BRichtig Laufende kostenpflichtige Abonnements kündigen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.
Speaker BDas ist auch wichtig.
Speaker AWas ist eigentlich mit den Spuren, die jemand vielleicht in Online Communities hinterlassen hat, So in Foren oder Spielegruppen?
Speaker ASollte man da auch aktiv werden?
Speaker BDas kann sinnvoll sein, ja, Wenn der Verstorbene dort sehr aktiv und vernetzt war.
Speaker AHm, hm.
Speaker BKann eine kurze, respektvolle Nachricht an die Artemis oder die Community für die anderen Mitglieder hilfreich sein, damit die auch Abschied nehmen können?
Speaker AAber nur, wenn man es will, natürlich.
Speaker BDas sollte man nur tun, wenn es sich für die Erben richtig und stimmig anfühlt.
Speaker BEs gibt keine Verpflichtung.
Speaker AEin Punkt, der mir noch wichtig Man muss ja nicht alles durchforsten, oder?
Speaker AEs ist wahrscheinlich auch wichtig, Grenzen zu respektieren, die des Verstorbenen und die eigenen.
Speaker BUnbedingt.
Speaker BDas ein ganz zentraler Aspekt.
Speaker BDie Privatsphäre des Verstorbenen endet nicht automatisch mit dem Tod.
Speaker ANein.
Speaker BUnd auch die eigene emotionale Grenze sollte man wahren.
Speaker BNicht jede E Mail muss gelesen werden, nicht jeder Chatverlauf bis ins letzte Detail nachvollzogen werden.
Speaker BJa, man darf und sollte für sich entscheiden, was ist für die Abwicklung notwendig und was möchte ich vielleicht bewusst ruhen lassen?
Speaker BDieser Respekt vor dem Privaten ist essentiell.
Speaker AGibt es denn neben diesen emotionalen Aspekten und dem Prozess mit den Anbietern noch andere praktische Hürden, auf die man stoßen kann?
Speaker BJa, die gibt es durchaus.
Speaker BEin Thema ist die Internationalität vieler großer Anbieter.
Speaker AAh, OK.
Speaker BAuch wenn deutsches Erbrecht gilt, können die Prozesse durch unterschiedliche Unternehmensstandorte oder Datenschutzregelungen manchmal erschwert sein.
Speaker BUnd technisch Eine weitere Hürde kann die Technik selbst sein.
Speaker BDenk mal an die Zwei Faktor Authentifizierung.
Speaker AFa Ja, der Code aufs Handy.
Speaker BGenau.
Speaker BWenn man keinen Zugriff auf das Handy des Verstorbenen hat, kann das den Zugang erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen.
Speaker AOh je.
Speaker BAuch verschlüsselte Festplatten oder Geräte können ein Hindernis sein.
Speaker BAll das sind Gründe, warum es manchmal einfach Zeit und Geduld braucht, wenn man.
Speaker ADas alles so betrachtet.
Speaker AMerkt bei all den technischen und rechtlichen Fragen im Kern geht es doch immer um den Menschen oder um die Erinnerung.
Speaker BDie Gefühle, den Abschied.
Speaker AGanz genau.
Speaker ADas ist der Kern.
Speaker AEs geht nicht primär um Logins und Datenlöschung.
Speaker ANein, es geht darum, einen würdevollen, liebevollen und respektvollen Umgang mit den digitalen Spuren zu finden, die ein Mensch hinterlassen hat.
Speaker BHm.
Speaker BFür manche Hinterbliebene kann so ein Online Profil zu einem wichtigen Ort der Trauer und Erinnerung werden, wo sie sich dem Verstorbenen nahe fühlen.
Speaker AJa.
Speaker BFür andere ist es vielleicht genau umgekehrt.
Speaker BSie brauchen die Ruhe, die durch die Löschung des Profils entsteht, um ihren Frieden zu finden.
Speaker AUnd beides ist OK.
Speaker BAbsolut.
Speaker BBeides ist total legitim und verständlich.
Speaker BEs gibt kein richtig oder falsch, nur das, was sich für die Trauernden im Moment stimmig anfühlt.
Speaker AManchmal können vielleicht auch kleine Rituale helfen.
Speaker AOder ich meine bewusst ein letztes Mal durch die online geteilten Fotos blättern, eine Playlist hören, die dem Menschen wichtig war oder einen besonderen Chatverlauf für sich speichern.
Speaker BJa, solche bewussten Gesten des Abschieds oder der Erinnerung können sehr heilsam sein, aber auch das Gegenteil.
Speaker BGenauso heilsam kann es sein, sich bewusst Zeit zu lassen, vielleicht erst einmal gar nichts zu tun, wenn die Kraft fehlt oder die Zeit noch nicht weif ist.
Speaker AStimmt.
Speaker BEs gibt keine Frist für die Trauer und den Umgang mit diesen digitalen Erinnerungen.
Speaker BUnd es ist auch ein Zeichen von Stärke, sich Hilfe zu holen.
Speaker APraktische oder seelische.
Speaker BGenau.
Speaker BSei es praktische Unterstützung bei den technischen oder administrativen Dingen oder eben seelischen Beistand, um mit den Emotionen umzugehen.
Speaker AWenn wir noch mal kurz auf die Vorsorge zurückblicken, dieses stille Kümmern zu Lebzeiten, sei es durch eine Liste, eine Verfügung oder einfach ein Gespräch, das kann so viel bewirken, habe ich das Gefühl.
Speaker BJa, das ist vielleicht eine der größten Formen der Fürsorge, die wir denen erweisen können, die nach uns bleiben, sich selbst.
Speaker ADie Frage zu Was ist mir wichtig?
Speaker AWas soll mit meinen digitalen Spuren geschehen?
Speaker AOder im Gespräch mit lieben Menschen zu klären, Gibt es etwas, das dir besonders am Herzen liegt, das erhalten bleiben soll?
Speaker BWo sollen die Fotos hin?
Speaker AQue non?
Speaker AWo sollen die unzähligen Fotos landen?
Speaker AGibt es Menschen oder Online Freunde, die informiert werden sollten?
Speaker AIst mir ein bestimmtes Profil oder ein Blog als Teil meines Erbes wichtig?
Speaker ASo wird aus einer scheinbar technischen Notwendigkeit etwas sehr Menschliches, ein Akt der Zuwendung und Voraussicht.
Speaker BGenau das ist es.
Speaker BUnsere digitalen Spuren sind ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden.
Speaker BUnd wenn dieses Leben endet, geht es darum, einen Weg zu finden, damit würdevoll umzugehen, achtsam und im Sinne des Verstorbenen.
Speaker BDas Recht, wie es der BGH bestätigt hat, gibt uns dafür einen Rahmen.
Speaker BAber dieser Rahmen, der muss von uns gefühlt werden.
Speaker BMit Gefühl, mit Respekt, mit Geduld und mit Zeit.
Speaker AKleine bewusste Schritte können erst der Überblick, dann das sichern, was wichtig ist, dann die Entscheidungen über die Konten.
Speaker ARichtig Und immer das Wissen, dass man diesen Weg nicht allein gehen muss und sich Zeit lassen darf.
Speaker BJa, und vielleicht ist der wichtigste Gedanke zum Es ist gut und heilsam, sich diesen Themen zuzuwenden, wenn die Zeit dafür.
Speaker AReif ist, ob für sich selbst oder für andere.
Speaker BGenau.
Speaker BSei es in der eigenen Vorsorge oder im Umgang mit dem digitalen Erbe eines anderen in aller Ruhe, mit Bedacht, mit Respekt und vor allem mit dem Herzen.
Speaker ADas ist ein sehr nachdenklicher, aber gleichzeitig auch irgendwie tröstlicher Gedanke, finde ich.
Speaker BJa, das finde ich auch.
Speaker BEs ist ein Thema, das uns alle auf die eine oder andere Weise betrifft oder betreffen wird.
Speaker BUnd es ist gut, wenn wir lernen, offen und mitfühlend darüber zu sprechen.