Hallo.
Speaker ASchön, dass wir heute hier in dieser ruhigen Atmosphäre zusammensitzen.
Speaker BJa, fühlt sich gut an, einfach mal durchzuatmen und den Raum für so ein Thema zu haben.
Speaker AAbsolut.
Speaker AWeißt du, hast du schon einmal am Bett eines geliebten Menschen gesessen?
Speaker AVielleicht hast du seine Hand gehalten und dich voller Unsicherheit gefragt.
Speaker AWas passiert hier gerade im Körper?
Speaker BDiese absolute Hilflosigkeit, die man da oft spürt, das kenne ich genau.
Speaker ADie Hand fühlt sich auf einmal ungewohnt kühl an, der Atem geht flach und unregelmäßig und in diesem Moment schießt einem unweigerlich die Panik in den Kopf.
Speaker AMan leidet dieser Mensch jetzt erstickt der vielleicht sogar.
Speaker BJa, das ist eine ganz tiefe menschliche Angst, die da hochkommt.
Speaker AUnd genau deshalb sprechen wir heute darüber.
Speaker AWir wollen uns die ganz leisen und manchmal auch deutlicheren Veränderungen ansehen, die am Lebensende passieren.
Speaker ANicht als irgendeine kalte medizinische Checkliste, sondern um wirklich zu verstehen, wie der Körper in dieser Phase seine Kräfte sammelt und sich langsam zurückzieht.
Speaker ADenn wenn wir das begreifen, dieses schützende Programm des Körpers, dann nimmt das einfach wahnsinnig viel von dieser lähmenden Angst vor dem Unbekannten.
Speaker BDas ist wirklich so.
Speaker BVerständnis ist da einfach der mächtigste Hebel, den wir haben, wenn wir an so einem Bett sitzen.
Speaker BLass uns vielleicht dort anfangen, wo die Veränderungen oft noch ganz unauffällig beginnen.
Speaker BAlso in der Zeit, die man in der Medizin die Präterminalphase nennt.
Speaker ADas ist die Phase, wo es schon losgeht, bevor es richtig offensichtlich wird, oder?
Speaker BGenau.
Speaker BVon außen betrachtet sieht das eigentlich so aus, als würde der Alltag der betroffenen Person einfach immer, ja immer kleiner werden.
Speaker ADer Radius schrumpft sozusagen richtig, die Ruhezeiten.
Speaker BWerden deutlich länger, Appetit lässt nach und auch das Bedürfnis nach Gesprächen wird weniger.
Speaker BAlles kostet auf einmal unendlich viel Kraft.
Speaker AJa, und da schreit ja unser menschlicher Instinkt als Angehörige sofort auf.
Speaker AMan denkt sich also, man sieht, dass jemand den ganzen Tag schläft und kaum noch isst und man er gibt sich auf.
Speaker AWir müssen ihn motivieren, wir müssen ihn füttern.
Speaker BJa, das ist ein ganz typischer Man will helfen, man will das Leben festhalten.
Speaker AAber was sagt denn da eigentlich die Biologie dazu?
Speaker AWarum ist das eben kein Aufgeben?
Speaker BWeil es biologisch gesehen exakt das Gegenteil ist.
Speaker BDas ist ein hochintelligentes Überlebensprogramm des Körpers.
Speaker BAuf zellulärer Ebene merkt der Organismus, dass seine Energiereserven massiv zur Neide gehen.
Speaker BJede noch so kleine Handlung kostet Energie.
Speaker BUnd was viele einfach Verdauung ist einer der absolut energieaufwendigsten Prozesse, die wir in unserem Körper haben.
Speaker AEcht?
Speaker ADas hat man gar nicht so auf dem Schirm.
Speaker AJa.
Speaker BDer Magen Darm Trakt braucht enorme Mengen an Blut und Sauerstoff, nur um die Nahrung aufzuspalten.
Speaker BWenn der Körper aber nicht mehr genug Kraft hat, dann fährt er diesen Prozess schlichtweg herunter.
Speaker BEr setzt weise Prioritäten.
Speaker ADas ist eigentlich ein fantastischer Punkt.
Speaker ADas ist also das erinnert mich an ein Smartphone, das nur noch ein Prozent Akku hat.
Speaker BJa, genau.
Speaker ADa schließt das System ja auch automatisch alle Hintergrund Apps.
Speaker AEs dimmt das Display komplett runter und schaltet Bluetooth aus, einfach damit der Kernprozessor noch diese paar Minuten länger laufen kann.
Speaker ADer Körper schaltet das Verdauungssystem ab, weil er sich den energetischen Luxus, sagen wir mal, ein Schnitzel zu verdauen, einfach nicht mehr leisten kann.
Speaker BDas ist eine perfekte Analogie.
Speaker BDer Appetitverlust ist also kein Defekt und schon gar keine Resignation.
Speaker BEs ist eine aktive Schutzmaßnahme.
Speaker BWenn wir der Person in diesem Moment Nahrung aufzwingen würden, dann würden wir den Körper zwingen, Energie abzuziehen, die er wirklich dringend woanders brauch.
Speaker BUnd das führt dann oft zu Übelkeit oder Erbrechen.
Speaker AJa, das leuchtet total ein.
Speaker ADer Körper wendet sich also nach innen, weil für das Außen schlicht die Kapazität fehlt.
Speaker BGanz genau.
Speaker BUnd wenn wir diese Logik weiterdenken, landen wir unweigerlich in der nächsten Phase, der Terminalphase.
Speaker BDas kann Tage bis Wochen dauern.
Speaker BUnd hier wird diese Schwäche dann wirklich unübersehbar.
Speaker ADa sprechen wir dann von Bettlägerigkeit oder die Gesichtszüge wirken oft spitzer.
Speaker AUnd hier kommt ja auch dieses Phänomen ins Spiel, das so viele Angehörige erschreckt.
Speaker ADie Hände und Füße werden eiskalt.
Speaker BJa, das ist ein sehr präsentes Zeichen.
Speaker ALass uns das mal kurz aufschlüsseln.
Speaker AWohin verschwindet diese Wärme?
Speaker BDas ist im Grunde reine Mechanik des Blutflusses.
Speaker BWenn das Herz Kreislauf System schwächer wird, sinkt ganz natürlich der Blutdruck und die Sensoren in unseren Blutgefäßen registrieren diesen Abfall sofort.
Speaker ADas heißt, das Gehirn merkt da stimmt was nicht mit dem Druck.
Speaker BExakt Das Gehirn oh, wir haben nicht mehr genug Druck, um das Blut bis in die alleräussersten Fingerspitzen und Zehen zu pumpen und gleichzeitig das Gehirn selbst ausreichend zu versorgen.
Speaker AAha.
Speaker BDie Reaktion darauf ist dann, dass sich die Blutgefäße in den Extremitäten zusammenziehen.
Speaker BDer Körper opfert gewissermaßen die Peripherie, um das Zentrum zu retten, um Herz und.
Speaker ALunge und Gehirn am Laufen zu halten.
Speaker BGenau.
Speaker BDas Blut wird aus der Haut, den Armen und Beinen abgezogen und und in den Rumpf umgeleitet.
Speaker BDeshalb werden Hände und Füße kühl und die Haut an den Beinen wirkt manchmal bläulich oder leicht marmoriert.
Speaker ADas erklärt auch etwas, das man manchmal als das sogenannte Todesdreieck bezeichnet, oder?
Speaker BJa, richtig.
Speaker ADas ist ja dieser Bereich zwischen Nase und Mund, der oft extrem blass wird.
Speaker AViele Menschen sehen das und OK, jetzt ist es vorbei.
Speaker ADas ist der Countdown.
Speaker AAber eigentlich ist das doch auch nur diese einfache Anatomie, von der du gerade sprichst.
Speaker BGanz genau.
Speaker BDieser Bereich um Nase und Mund ist bei uns normalerweise extrem gut durchblutet.
Speaker BWenn die Durchblutung jetzt aber zentralisiert wird, fallen diese feinen Blutgefäße im Gesicht als erstes zusammen.
Speaker BDas Blut weicht aus dem Gewebe und dadurch entsteht diese markante Blässe.
Speaker BDas ist kein starrer Stempel oder irgendein mystischer Countdown, der besagt, dass es in zwei Stunden vorbei ist.
Speaker BJa, es ist wirklich nur ein sichtbares Puzzleteil.
Speaker BDas zeigt, das Herz Kreislauf System verschiebt gerade seine Prioritäten.
Speaker AWas ich finde, das ändert die Perspektive total.
Speaker AWenn du da sitzt und du hältst diese vertraute Hand und die ist plötzlich so ungewohnt kühl, das fühlt sich im ersten Moment fremd und beängstigend an.
Speaker BAbsolut.
Speaker AAber wenn du weißt, dass diese Kälte eigentlich der Beweis dafür ist, dass der Körper deines geliebten Menschen gerade Schwerstararbeit leistet, um sein Herz und sein Gehirn zu beschützen, dann macht das diese Kälte fast schon respektvoll.
Speaker AMan versteht Hier arbeitet ein Meisterwerk bis zur allerletzten Sekunde.
Speaker BDas hast du sehr schön gesagt.
Speaker BUnd dieses Verstehen ist einfach der beste Puffer gegen die eigene Hilflosigkeit.
Speaker BEine Hilflosigkeit, die dann in den letzten Stunden der sogenannten Finalphase oft ihren absoluten Höhepunkt erreicht.
Speaker BDenn da verändert sich das Bewusstsein Die Menschen fallen in einen sehr tiefen Schlaf, sind kaum noch weckbar.
Speaker AJa, und da passiert auch die Veränderung, die wahrscheinlich die meiste Panik im Raum auslöst.
Speaker ADie Atmung verändert sich.
Speaker AOh ja, das ist ja oft diese sehr flache, unregelmäßige Atmung und vor allem diese langen Atempausen.
Speaker AMan sitzt daneben, der Mensch atmet aus und dann passiert 15, 20, manchmal 30 Sekunden lang einfach gar nichts.
Speaker BDas ist unglaublich schwer auszuhalten.
Speaker AEs fühlt sich an, als würde die Zeit stillstehen.
Speaker AMan hält als Beobachter ja oft selbst die Luft an und denkt mein Gott, er erstickt doch gerade, er kämpft.
Speaker AWas passiert da oben im Hirnstamm wirklich?
Speaker BUm das zu verstehen, müssen wir uns kurz anschauen, wie Atmung überhaupt funktioniert.
Speaker BWir atmen nämlich eigentlich nicht ein, weil uns Sauerstoff fehlt.
Speaker BNein, nein, wir atmen ein, weil der Kohlendioxidgehalt, also das CO, in unserem Blut ansteigt.
Speaker BWir haben Sensoren im Hirnstamm, die dieses CO messen und wenn es zu hoch wird, schießen die einen Impuls.
Speaker BEinatmen.
Speaker BAh, OK, am Lebensende.
Speaker BAber wenn das Gehirn durch den schwächeren Kreislauf einfach weniger Sauerstoff bekommt, dann lässt diese Atemsteuerung im Gehirn nach.
Speaker BDie Sensoren werden unempfindlich.
Speaker ASie werden gewissermaßen taub für dieses Signal.
Speaker BGenau, das Atemzentrum reagiert nur noch extrem verzögert.
Speaker BDer CO Spiegel im Blut steigt und steigt und erst wenn er wirklich massiv hoch ist, feuert das Gehirn nochmal den.
Speaker ABefehl für einen Atemzug und deswegen diese ewig langen Pauven.
Speaker BRichtig.
Speaker BDann folgen ein paar Atemzüge, das CO sinkt wieder und das Gehirn vergisst quasi für eine Weile den nächsten Atemzug anzufordern.
Speaker AAber Moment, wenn dieser CO Spiegel so stark ansteigt, löst das dann nicht eine unerträgliche Erstickungsangst aus?
Speaker AIch meine, wenn ich jetzt die Luft anhalte, bis ich nicht mehr kann, dann ist das ja pure Qual.
Speaker AWarum leidet der sterbende Mensch in diesem Moment nicht?
Speaker BWeil genau hier ein faszinierender neurologischer Schutzmechanismus greift.
Speaker BEin extrem hoher CO-Wert im Blut wirkt.
Speaker BAuf unser Gehirn nämlich wie ein starkes Narkosemittel.
Speaker AWirklich?
Speaker BJa, es dämpft das Bewusstsein massiv.
Speaker BDas heißt, lange bevor der Körper eine Bewusste Erstickungsangst wahrnehmen könnte, hat dieses viele Kohlendioxid die höheren Gehirnfunktionen, die für Panik oder Schmerz zuständig sind, bereits sanft eingeschleppt.
Speaker ADas ist ja unglaublich.
Speaker ADer Körper betäubt sich also im Grunde selbst mit seinem eigenen Abgas.
Speaker BGanz genau so ist es.
Speaker BWas von außen wie ein Ersticken wirkt, ist für den Menschen selbst ein tiefer, gedämpfter Zustand.
Speaker BUnd das bringt uns auch zu einem anderen akustischen Phänomen, dem sogenannten Todesrasseln.
Speaker ADas ist ein furchtbarer Begriff.
Speaker BEin ganz furchtbarer Begriff für etwas, das anatomisch extrem simpel und harmlos ist.
Speaker ADas ist dieses röchelnde, fast blubbernde Geräusch beim Atmen.
Speaker AFür jeden, der am Bett sitzt, klingt das ja fast wie ein Ertrinken.
Speaker BEs klingt erschreckend.
Speaker BJa, aber was passiert da eigentlich?
Speaker BWenn wir gesund sind, produzieren wir ständig Speichel und Schleim im Rachen.
Speaker BDen schlucken wir völlig unbewusst runter oder wir räuspern uns.
Speaker BAm Lebensende fehlt für diesen Schluckreflex einfach die muskuläre Kraft.
Speaker BDer Schleim sammelt sich also im Rachenraum.
Speaker BWenn nun die Atemluft beim Ein und Ausatmen durch dieses Sekret streicht, entsteht ein rein mechanisches Geräusch.
Speaker AEs ist also wie Wind, der durch nasses Laub weht, könnte man sagen.
Speaker BSehr schönes Bild, ja.
Speaker BDer sterbende Mensch leidet in diesem Moment in den allermeisten Fällen überhaupt nicht darunter.
Speaker BSein Bewusstsein ist durch diesen tiefen Schlaf schon viel zu weit zurückgezogen.
Speaker BDieses Röcheln quält meistens nur die Menschen, die daneben sitzen.
Speaker ADas ist eine so wahnsinnig wichtige Entwarnung.
Speaker AWenn man das begreift, dass dieses laute Geräusch kein Ausdruck von Schmerz ist, sondern einfach nur Physik, dann nimmt das sofort den Druck aus dem Raum.
Speaker BAbsolut.
Speaker AAber wo wir gerade beim Thema Bewusstsein Man hört ja auch immer wieder von Momenten der Verwirrtheit, also Menschen, die plötzlich mit längst verstorbenen Verwandten sprechen oder die ins Leere greifen.
Speaker BJa, das kommt häufig vor.
Speaker BHalluzinationen oder Delirien.
Speaker AGibt es dafür auch so eine handfeste biochemische Erklärung?
Speaker BJa, die gibt es.
Speaker BWenn der Kreislauf schwächer wird, arbeiten ja auch Organe wie die Leber und die Nieren nicht mehr richtig.
Speaker BIhre Aufgabe ist es eigentlich, Giftstoffe aus dem Blut zu filtern.
Speaker BWenn das nicht mehr funktioniert, reichern sich diese Toxine an und fluten das Gehirn.
Speaker AUnd das führt dann zu diesen Halluzinationen.
Speaker BGenau.
Speaker BZusammen mit dem Sauerstoffmangel führt das dazu, dass im Gehirn Synapsen unkontrolliert feuern.
Speaker ADas klingt jetzt erst einmal sehr unruhig, aber es gibt ja in dieser schweren Phase noch einen anderen biochemischen Vorgang, der eigentlich tröstlicher kaum sein könnte.
Speaker BDu meinst die Endorphinausschüttung, richtig?
Speaker AErklär uns das doch mal.
Speaker ADas ist nämlich ein echter Lichtblick.
Speaker BDas ist wirklich ein Wunder des Körpers.
Speaker BWenn das System erkennt, dass die körperlichen Parameter kritisch werden, also Sauerstoffmangel, Organversagen, massiver Stress, dann schüttet das Gehirn endogene Opioide.
Speaker AAus, also körperradiogene Schmerzmittel.
Speaker BGenau, Endorphine.
Speaker BUnd die blockieren die Weiterleitung von Schmerzsignalen und lösen gleichzeitig ein Gefühl der tiefen Entspannung aus.
Speaker BDas ist oft der Grund, warum Menschen in den allerletzten Stunden, obwohl der Körper sehr schwach ist, plötzlich eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen.
Speaker ADie Gesichtszüge entspannen sich dann oft so spürbar.
Speaker BJa, der Körper hüllt das Bewusstsein zum Schluss wirklich in so eine dicke, schmerzlindernde Schutzdecke.
Speaker ADas Gehirn hat also gewissermaßen einen eingebauten Fallschirm.
Speaker ADas finde ich so tröstlich.
Speaker AWenn wir nun aber all diese Dinge betrachten, das Herunterfahren der Verdauung, die kalten Hände, die Atempausen, was bedeutet das ganz praktisch für mich, wenn ich all das weiß?
Speaker AWas kann ich denn ganz konkret tun, wenn ich da am Bett sitze?
Speaker BDer wichtigste Wechsel ist hier der von einem ständigen Machen hin zum reinen Dasein.
Speaker BWir sind ja oft so konditioniert, dass wir intervenieren müssen.
Speaker BJemand hat trockene Lippen, also wollen wir ihm ein ganzes Glas Wasser einflößen.
Speaker BAber wir wissen ja, der Körper kann es nicht mehr verarbeiten.
Speaker BEs würde ihn nur belasten, das heißt,.
Speaker AKeine Nahrung aufdrängen und auch keine Flüssigkeit erzwingen.
Speaker BGenau.
Speaker BDer Körper fährt den Stoffwechsel ganz natürlich herunter.
Speaker BWas man stattdessen tun kann, ist zärtliche Mundpflege.
Speaker AWie sieht die aus?
Speaker BMan nimmt ein kleines Schwämmchen, taucht es in Wasser oder den Lieblingstee der Person und befeuchtet nur ganz sanft die Lippen.
Speaker BUnd die Mundschleimhaut.
Speaker BDas lindert das lokale Trockenheitsgefühl, ohne den Körper zu überlasten.
Speaker ADas ist eine wunderschöne Geste.
Speaker AMan bleibt handlungsfähig, aber auf eine ganz behutsame Art.
Speaker BJa, und es geht auch darum, die richtige Atmosphäre zu schaffen.
Speaker BGedämpftes Licht, leise Stimmen.
Speaker BUnd bei diesen Halluzinationen, von denen wir sprachen, bitte nicht korrigieren oder wegdiskutieren.
Speaker AAlso nicht Da steht niemand im Raum.
Speaker BAuf keinen Fall.
Speaker BDas erzeugt nur Stress.
Speaker BSicherheit durch Nähe reicht völlig.
Speaker BSag einfach, ich bin bei dir.
Speaker BJa, es ist auch wichtig, Hilfe anzunehmen.
Speaker BPalliativmedizin ist da so ein Segen.
Speaker BEs geht da nicht darum, Zeit um jeden Preis zu verlängern, sondern Leiden zu lindern und die Lebensqualität und Würde zu wahren.
Speaker AWenn man das alles zusammenfasst, wird eines für mich wirklich unfassbar.
Speaker AAll diese körperlichen Zeichen, das Kaltwerden, diese langen Atempausen, der Rückzug in sich selbst, das ist alles schwer anzusehen.
Speaker AAber sie sind Teil eines unglaublich natürlichen, langsamen Loslassens.
Speaker AJeder Schritt dient dem Schutz.
Speaker BJa, und wenn ich mich hier vielleicht noch einmal ganz direkt an dich wenden darf, der uns gerade zuhö Wenn du in dieser Situation bist, denk immer daran.
Speaker BDu musst das nicht wie eine Prüfung fehlerfrei aushalten.
Speaker ANein, überhaupt nicht.
Speaker BDu musst keine perfekten Worte finden.
Speaker BEs reicht völlig, einfach nur da zu sein.
Speaker BDeine bloße Präsenz ist genug.
Speaker AAbsolut.
Speaker AUnd Fürsorge heißt auch, sich selbst nicht zu verlieren.
Speaker ADu darfst und du solltest zwischendurch aufstehen.
Speaker AGeh ans Fenster, atme tief durch.
Speaker AWenn du nicht auch für dich selbst sorgst, kannst du diese Energie im Raum nicht tragen.
Speaker BDas ist ein so wichtiger menschlicher Rat.
Speaker AWeißt du, wenn man all diese natürlichen Schutzmechanismen sieht, die Co Narkose, diesen Endorphinschutzpanzer, da drängt sich mir am Ende noch ein Gedanke auf.
Speaker AEin Gedanke, den man vielleicht einfach mal mitnehmen kann.
Speaker BWelcher ist das?
Speaker AWas passiert eigentlich, wenn wir künstlich in diesen perfekten evolutionären Shutdown des Körpers eingreifen?
Speaker ADie moderne Medizin ist ein absoluter Segen.
Speaker ASie kann Maschinen für uns atmen lassen.
Speaker AAber riskieren wir vielleicht durch unsere Fähigkeit, das Leben technisch bis zur allerletzten Sekunde zu verlängern, genau diesen natürlichen, schützenden Sterbeprozess zu unterbrechen, rauben wir dem Körper durch ständige gut gemeinte Interventionen womöglich genau diese hormonelle Gnade, die die Natur über Millionen von Jahren perfektioniert hat.
Speaker BEs ist ein gewaltiger, sehr tiefer Gedanke.
Speaker BManchmal ist die allergrößte Kunst nicht das Eingreifen, sondern das Erkennen des Moments, in dem man der Natur einfach ihren weisen Lauf lassen darf.
Speaker AJa, ein Gedanke, den man für sich selbst mal bewegen kann.
Speaker AFalls du, der uns gerade zuhört, dich in diesem Moment vielleicht ein wenig allein fühlst mit all dem.
Speaker ADu bist, du bist nicht allein.
Speaker AUnd falls du jemanden zum Reden brauchst, ist die Telefonseelsorge jederzeit auch genau jetzt kostenfrei unter der für dich da.
Speaker BDu bist nicht allein, wenn du wieder diese kühle Hand hältst, weißt du jetzt, was für ein beschützendes Meisterwerk da gerade arbeitet.
Speaker AGenau, bleib einfach da.
Speaker AAlles andere geschieht ganz von selbst.
Speaker APass gut auf dich auf.